Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Gestatten Sie mir eine Bemerkung vorweg aufgrund der bisherigen Diskussion. Ich habe heute das erste Mal erlebt, dass aus der Fraktion der AfD Stimmen für eine Unterstützung zur Beseitigung von Klimaschäden oder ‑folgen kamen, nämlich für eine Unterstützung von Waldbesitzern. Das finde ich insofern bemerkenswert, als ich bisher von der AfD immer nur gehört habe, der Klimawandel sei ein natürlicher Prozess, man müsse nichts machen, menschengemacht sei er sowieso nicht, alles andere sei nur Hysterie. Da frage ich mich nämlich: Wenn akzeptiert wird, dass es diesen Klimawandel gibt, nehmen Sie die Konsequenzen nur bei den Waldbesitzern so beliebig hin, oder würden Sie mir zustimmen, dass es Handlungsbedarf auch in zahlreichen anderen Feldern gibt, bei denen Sie sich bisher verweigert haben, irgendetwas zu tun?
Liebe Frau Badum, auch zu Ihnen muss ich eine kleine Bemerkung machen.
– Ja, es war schön. Es geht halt nicht immer; sonst säßen wir ja alle in einer einzigen Fraktion. – Mit Blick auf das, was Sie zum Hambacher Forst gesagt haben, darf ich Sie daran erinnern: Es war eine Entscheidung der rot-grünen Regierung – mit Ihrer Beteiligung an der Leitentscheidung –, zu sagen: RWE darf die Braunkohle unter dem Hambacher Forst abbaggern,
und im Gegenzug wurde an anderer Stelle gekürzt. Sie haben sozusagen das Beseitigen von Siedlungen – das war die andere Belastung – wegen des Abbaggerns von Braunkohle unter dem Hambacher Forst beschlossen.
Dann können Sie sich nicht heute hinstellen und so tun, als hätten Sie damit nichts zu tun.
Daran muss man hin und wieder erinnern, damit da keine Legenden entstehen.
Jetzt aber zum eigentlichen Thema. Der Kulturraum Wald dient uns zur Erholung. Er stabilisiert Wasser- und Temperaturhaushalt. Er weist eine hohe Biodiversität aus; aber er ist auch ein Wirtschaftsgut von erheblicher Bedeutung, und er ist eine nachhaltige CO2-Senke. Er wächst in Generationen. Das bedeutet aber auch, dass Waldschäden sehr langfristige Folgen haben und zu lang andauernden Belastungen führen. Deswegen müssen sie möglichst klein gehalten werden, und das ist eine gemeinsame Aufgabe von uns allen. Unsere Wälder sollten naturnah sein, ein stabiles Ökosystem bilden. Das kräftigt ihre Widerstandskraft. Dazu brauchen wir aber auch Baumarten, die besser mit Trockenheit zurechtkommen und widerständiger gegen Schädlingsbefall und klimaresilienter sind als bisher.
Da müssen wir dann aber auch die Möglichkeiten von Züchtungen schaffen und dabei den Einsatz genetischer Methoden prüfen; denn die Zeit drängt, und biologische Züchtung dauert eben auch lange. Im Übrigen müssen wir sowohl die Naturverjüngung als auch die Aufforstung und standortgerechte Nachpflanzungen – alles zusammen – in den Blick nehmen. Anders als die Grünen sind wir der Auffassung, dass wir diese drei Methoden brauchen und dass wir uns nicht auf eine Naturverjüngung kaprizieren sollten.
Liebe Grüne, auch die Einbeziehung invasiver Arten müssen wir in den Blick nehmen. Wir sollten sie nicht von vornherein ausschließen.
– Pardon?