Herzlichen Dank, Frau Präsidentin. – Meine Kolleginnen und Kollegen! Unser Land profitiert umfassend von der Globalisierung, profitiert umfassend von internationaler Vernetzung. Ein erfolgreiches Netzwerk ist möglichst vielgliedrig, mit möglichst vielen Freunden Deutschlands in möglichst vielen Ländern dieser Welt. Das ist genau der strategische Ansatz unserer Auswärtigen Bildungspolitik: vielen Menschen eine mit Deutschland verbundene Bildungsbiografie zu ermöglichen, mit unserer Sprache, unserer Kultur, unseren Werten als wichtigem Element.
Am Anfang dieser Bildungsbiografien, am Anfang jeder Laufbahn steht eine Schule, und zwar nicht nur eine: Wir können auf mehr als 2 000 PASCH-Schulen, also Partner-Schulen, zählen, an denen über 600 000 Schülerinnen und Schüler verstärkt Deutsch lernen. Und wir können vor allem auf 140 deutsche Auslandsschulen in 70 Ländern zählen, die junge Menschen zu unseren Freunden machen.
Im Koalitionsvertrag heißt es:
Der härter werdende globale Wettbewerb um Köpfe, Ideen und Werte verdeutlicht die wichtige Aufgabe der Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik … für Deutschlands Ansehen und Einfluss in der Welt.
Die Schulen sind dabei seit langer Zeit ein wichtiger Baustein,
Sie haben eine Wandlung, eine Entwicklung hinter sich: Waren sie früher Inseln für Kinder von Botschaftsangestellten und für Kinder von ins Ausland entsandten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern deutscher Firmen, sind die meisten dieser Schulen heute sogenannte Begegnungsschulen, das heißt, sie werden überwiegend von einheimischen Schülerinnen und Schülern besucht. Unsere deutschen Auslandsschulen sind Orte der Begegnung und des interkulturellen Dialogs. Sie legen Wert auf Mehrsprachigkeit und individuelle Förderung, damit die Schülerinnen und Schüler sowohl deutsche als auch einheimische als auch internationale Abschlüsse erwerben können.
Unsere deutschen Auslandsschulen sind zukünftig auch die Quelle für Fachkräfte, die unser Land dringend benötigt. Wir wollen deshalb prüfen, wo wir gerade die berufliche Bildung noch stärker ausbauen können.
Unsere deutschen Auslandsschulen sind aber vor allem eines: ein Aushängeschild für unser Land. Hier wird sehr gute Arbeit geleistet.
Unsere Aufgabe ist es, für die richtigen Rahmenbedingungen zu sorgen. Die haben wir mit dem Auslandsschulgesetz bereits 2014 gesetzt, und die werden nun überprüft. Die Qualität der Schulen hängt selbstverständlich von den Lehrerinnen und Lehrern ab. Es ist mittlerweile eine große Herausforderung, Stellen zu besetzen, besonders in den MINT-Fächern und bei den Schulleitern. Wir müssen dafür sorgen, dass der Auslandsschuldienst genügend attraktiv ist. Wir haben bei der Lehrerbesoldung bereits einiges erreicht. Bei dem wichtigen Thema „Versorgungszuschlag für beurlaubte beamtete Lehrerinnen und Lehrer“ bin ich zuversichtlich, dass wir ab dem Schuljahr 2020/21 eine versorgungsrechtliche Gleichstellung sicherstellen können, damit Lehrerinnen und Lehrer im Ausland keine finanziellen Nachteile erleiden.
Liebe Kolleginnen und Kollegen, in unserem Antrag ist uns bzw. der Koalition auch wichtig, dass Schülerinnen und Schüler aus einkommensschwachen Familien unsere Auslandsschulen mit einem ermäßigten Beitrag besuchen können. Wir sprechen uns dafür aus, dem Thema Inklusion die notwendige Aufmerksamkeit zu widmen, mit verstärkter Werbung den Wettbewerb im Bildungswesen in den Gaststaaten anzunehmen, deutsche Unternehmen vor Ort noch stärker einzubinden und vor allem zu prüfen, ob die starre Förderung nach Abschlusszahlen auch in der Zukunft der geeignete Maßstab ist.
Meine Damen und Herren, ich kann Sie nur ermuntern, auf Auslandsreisen immer auch eine deutsche Auslandsschule zu besuchen. Sie erleben dort hochengagierte Lehrerinnen und Lehrer und auch Eltern in den Trägervereinen, die dafür sorgen, dass junge Menschen lebenslang positiv mit unserem Land verbunden bleiben und zusätzliche Glieder in unserem globalen Netzwerk bilden. Die Stärkung und Förderung der deutschen Auslandsschulen ist Wirtschaftspolitik, Integrationspolitik, Beschäftigungspolitik, Sozialpolitik, Friedenspolitik und so vieles mehr. Ich bitte Sie deshalb, den Koalitionsantrag zu unterstützen.
Herzlichen Dank.
Nächster Redner: für die AfD Fraktion Norbert Kleinwächter.