Herzlichen Dank für die Frage. – Ich freue mich sehr über die Frage, weil sie einen sehr wichtigen Punkt anspricht, die Importfrage. Ja, wir haben in unserer grünen Wasserstoffstrategie einen Extrabaustein „Import von Grünem Wasserstoff“, weil es höchstwahrscheinlich ein wichtiger Baustein sein wird. Es ist wichtig, herauszufinden, zu welchen Konditionen – zu welchen Menschenrechts-, ökologischen Konditionen –, aber auch zu welchen Kosten wir diesen Wasserstoff importieren können. Das wollen wir herausfinden. Wir haben sogar ein konkretes Instrument, eine niedrige Kerosinquote, mit dem man Anreize für den Markt setzt. Wir wollen Erfahrungen mit diesem Instrument sammeln. Das ist absolut richtig, wichtig und verantwortungsbewusst. Was aber aus meiner Sicht völlig falsch ist, was auch der deutschen Industrie einen Bärendienst leistet, ist, heute zu sagen: Oh, da kommt der ganze Wasserstoff von irgendwoher, wird schon klappen. – Das ist nicht mein Verantwortungsbewusstsein gegenüber der deutschen Industrie bei einer Technologie, für die heute noch nicht einmal die Transportwege geklärt sind.
Es gibt die verschiedensten Vorstellungen: Alles in ein Schiff bei 20 Kelvin, also minus 200 irgendwas Grad – höchst kompliziert –, Pipelines über lange Strecken – höchst kompliziert. Es gibt LOHC, da braucht man ganz viel Flüssigkeit und kann ein bisschen Wasserstoff reintun. Es gibt die Idee, C-Atome reinzuhängen – höchst unsicher, ob es jemals gelingt, CO2 aus der Luft abzuscheiden. Kein einziger Transportweg für größere Mengen Wasserstoff über größere Distanzen ist heute einsatzfähig. Deswegen: Ja, wir müssen forschen. Aber nein, wir dürfen uns heute nicht darauf verlassen, dass das unsere alleinige Energiequelle wird. Denn damit machen wir uns viel zu abhängig von einer vagen Hoffnung.