Vielen Dank, Frau Präsidentin. – Sehr geehrte Damen und Herren! Wie heißt in Deutschland das goldene Kalb des 21. Jahrhunderts? – Klimaschutz. Wenn dieses Wort fällt, setzt jede rationale Diskussion in diesem Haus aus.
Ausgehend von 1990 wollen wir den CO 2 -Ausstoß bis 2020 um 40 Prozent reduzieren. Deutschlands Anteil an den weltweiten CO 2 -Emissionen beträgt circa 2 Prozent. Mit unseren Einsparzielen können wir also circa 1 Prozent des weltweiten CO 2 -Ausstoßes beeinflussen. Selbst unter der Annahme, dass CO 2 -Emissionen tatsächlich einen Einfluss auf das Weltklima hätten,
ist der deutsche Einfluss praktisch unbedeutend.
Ich will aber trotzdem die deutschen Ziele einmal kurz in Maßnahmen ableiten.
Vereinfachend betrachten wir einmal die energiebedingten Emissionen. Der Verkehrssektor hat über die letzten zehn Jahre einen weitgehend konstanten CO 2 -Beitrag. Warum das auch so bleibt, erkläre ich etwas später in meiner Rede.
– Hören Sie mir zu, dann lernen Sie was.
Nehmen wir einmal an, alle Bereiche außer Verkehr erfüllen die Zielvorgabe. Was bedeutet das für die Stromerzeugung? Die Summe aus Stromerzeugung und Verkehr betrug 2015 circa 500 Megatonnen CO 2 . Von unserem Einsparziel waren wir circa 90 Megatonnen CO 2 entfernt. In den letzten zwei Jahren hat man circa 9 Terawattstunden auf erneuerbare Energiequellen übertragen. Da fehlen aber noch 81 Terawattstunden. 2019 schalten wir, weil wir genug Reserven haben und es uns leisten können, noch ein CO 2 -neutrales Kernkraftwerk ab. Bis 2020 müsste ein Viertel der Kraftwerkskapazität der Öl-, Kohle- und Gaskraftwerke durch erneuerbare Energien ersetzt werden.
Auf Windkraft bezogen erfordert das einen Zubau von 15 000 Megawatt pro Jahr, nicht 2 900 Megawatt.
Vorwiegend in Süddeutschland müssten circa 15 000 neue Windräder der 3-Megawatt-Klasse gebaut werden; das sind die 200 Meter hohen Türme.
Ich wiederhole das gerne für diejenigen, die vielleicht nicht mitkommen – es sind ja auch viele Zahlen; für Philologen usw. schwierig –:
Um die CO 2 -Ziele zu erreichen, bräuchten wir circa 15 000 neue Windräder mit 200 Meter Höhe, vorwiegend in Hessen, Bayern und Baden-Württemberg.
Mit circa 6 000 neuen Windrädern in Fernsehturmhöhe in Bayern ist das Thema „Wohlfühlen in der Heimat“ erledigt. Da hilft Ihnen auch kein Heimatministerium.
Merken Sie eigentlich was?
Nicht einmal CO 2 -Einsparungen von 40 Prozent können mit realistischen Annahmen erreicht werden.
Wie weit sich dieses Parlament von der Realität entfernt hat, erkennt man daran, dass in den letzten Jahren niemand hier die CO 2 -Ziele in technisch realisierbare Maßnahmen abgeleitet hat.
Das hat jetzt mit dem Einzug der AfD ein Ende.
Die Energiewende ist ein schönes Märchen. Es gibt keinen Plan zur Realisierung. Für das Parlament eines modernen Industriestaats ist die permanente Vortäuschung der Machbarkeit des Energiewendemärchens ein absolutes Armutszeugnis.
Jetzt komme ich zu meinem Lieblingsthema. Etwas ganz Besonderes ist die immer wieder proklamierte CO 2 -Einsparung durch Elektromobilität im Verkehrssektor. Da sollten Sie einmal zuhören;
da kenne ich mich besser aus als wahrscheinlich jeder hier.
In der idealen Welt soll der Strom für Elektrofahrzeuge aus erneuerbaren Energien kommen. In der realen Welt des Jahres 2020
– ja, Sie sagen „aus der Steckdose“ – haben wir einen Strommix mit circa 51 Prozent fossilen Energieträgern. Darin sind übrigens die CO 2 -neutralen Kernkraftwerke noch enthalten. Mit diesem Strommix erzeugt das derzeit populärste Elektroauto – dieses schicke Produkt aus Kalifornien – mehr CO 2 als ein gleichwertiges Fahrzeug mit Dieselmotor.
Noch einmal, ganz langsam: Ein Elektroauto erzeugt aufgrund des deutschen Strommixes im Jahre 2020 mehr CO 2 als ein moderner Diesel aus regionaler Erzeugung.
Wer die Förderung von Elektroautos betreibt, kann also keinesfalls die CO 2 -Reduzierung als Ziel haben.
Statt die Probleme in diesem Land sachlich zu lösen, vernebeln Sie die Fakten. Die Menschen in diesem Land haben ein Recht darauf, dass wir hier ihre Interessen vertreten. Durch Ihre Politik lösen Sie kein tatsächliches oder vermeintliches Problem im Bereich Umwelt. Sie schaffen aber ein Problem für viele Arbeitnehmer in der deutschen Maschinenbau- und Autoindustrie.