Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Eins möchte ich mal voranstellen: Wenn wir tatsächlich über Umweltschutz reden, müssen wir darüber hinausgehen, immer nur über Klima zu reden. Alle bisherigen Sprecher haben immer nur den Klimaschutz in den Fokus genommen. Wir haben aber mehr umweltpolitische Herausforderungen als nur diese eine, und es wäre schön, wenn das auch hier in diesem Haus mal ankommen würde.
Vor knapp drei Wochen war ich bei einem Start-up-Unternehmen in Hamburg. Dort hat man es sich zum Ziel gesetzt, die Kreislaufwirtschaft voranzubringen. Man hat sich zum Ziel gesetzt, transparent die Lücke in der mittelständischen Recyclingwirtschaft, die versucht, Recyclate an Großabnehmer zu verkaufen, unter Anwendung der Digitalisierung zu schließen. Gerade in der Kreislaufwirtschaft haben wir sehr viele Potenziale, die heute noch vollständig ungehoben sind. Wir können Quantendots für Stoffströme nutzen. Wir können mit Farben Dinge markieren, damit wir problematische Stoffe besser ausschließen können und das hochwertige Recycling, wie wir es in Deutschland haben wollen, tatsächlich voranbringen.
Der Bau ist überhaupt noch nicht in den Fokus des Recyclings geraten. Digitale Zwillinge können dazu genutzt werden, dass wir genau wissen, welche Materialien wir wann verbaut haben, damit wir, wenn wir 50, 60 oder 70 Jahre später ein Haus abreißen und neu bauen, die eingesetzten Stoffe noch mal nutzen können,
und zwar nicht, um Straßengräben zu verfüllen, sondern um aus einem alten Haus wieder ein neues, modernes Haus zu machen. Da müssen wir hinkommen.
Schauen wir uns einmal an, was die Digitalisierung auf internationaler Ebene erreichen kann. Die Plastic Bank in Haiti ist ein wunderbares Beispiel dafür, wie man die Blockchain dazu nutzen kann, soziale und ökologische Belange zu regeln. In Haiti ist es so, dass die ärmsten Frauen im Regelfall PET-Flaschen einsammeln. Die bringen sie zurück zu einer zertifizierten Sammelstelle. Dort wird dann aber eben nicht Bargeld ausgezahlt; denn viele dieser Frauen haben gar nicht die Möglichkeit, ein Bankkonto zu eröffnen. Da kriegen sie dann ein Guthaben über die Blockchain.
Dieses Guthaben ist übrigens wichtig, damit sie nicht angegriffen werden. Gerade in Flüchtlingslagern wird die Blockchain über die Iris abgeglichen, damit das Geld und die Guthaben bei den jeweiligen Personen bleiben und sie nicht Übergriffen ausgesetzt sind. Dieses Guthaben können sie dann für Bildung, Gesundheit oder Ernährung ausgeben. Sie können so viel davon kaufen, alles auch von europäischen Unternehmen finanziert und hinterlegt bei einer Bank.