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148. Sitzung
Mittwoch, 4. März 202019. Wahlperiode, 148. SitzungRekrutierung und Einsatz von Minderjährigen in bewaffneten Konflikten ächten
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Frau Präsidentin! Verehrte Kolleginnen und Kollegen! Viele von Ihnen haben am 12. Februar an Plakataktionen teilgenommen. Auf den Plakaten waren rote Hände zu sehen. Worum geht es dabei? An diesem Tag wird an das Schicksal der Kindersoldaten erinnert. Ich denke, wir sind uns fraktionsübergreifend – ich meine natürlich alle Demokratinnen und Demokraten – einig: Kinder dürfen keine Soldaten sein.

Beifallbei der LINKEN und dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie der Abg. Michael Grosse-Brömer [CDU/CSU] und Leni Breymaier [SPD]

Der ungeheuerliche Missbrauch von Kindern für militärische Zwecke muss beendet werden. Aber Abscheu und Empörung allein reichen hier nicht aus.

Beifallbei der LINKEN und dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Nach Angaben der Vereinten Nationen werden aktuell in mindestens 19 Staaten bis zu 300 000 Kinder als Soldaten in bewaffneten Konflikten eingesetzt. Ob in Syrien, Nigeria oder Somalia: Islamistische Terrorbanden wie Boko Haram, al-Schabab oder auch der „Islamische Staat“

Zurufvon der AfD

morden mit Kinderhänden oder benutzen Kinder für Selbstmordattentate.

Ja, was können wir tun? Ein Ansatzpunkt ist, die Asylverfahren zu verbessern. Wir müssen in den Fluchtbiografien den möglichen Hintergrund eines Einsatzes als Kindersoldat erkennen. Erst dann gibt es die Chance auf Therapie und Unterstützung.

Beifallbei der LINKEN

Die Hauptursachen liegen selbstverständlich in den Herkunftsländern. Wir haben folgende Vorschläge für die Bundesregierung:

Erstens. Machen Sie die Demobilisierung und soziale Wiedereingliederung von ehemaligen Kindersoldaten zu einem Schwerpunkt der Entwicklungszusammenarbeit. Ehemalige Kindersoldaten müssen die Chance bekommen, einen Schulabschluss nachzuholen und eine berufliche Ausbildung zu beginnen. Lassen Sie uns den UNICEF-Fonds „Education Cannot Wait“ stärker unterstützen, um mehr Bildungsangebote für Kinder zur Verfügung zu stellen.

Zweitens. Beenden Sie die militärische Zusammenarbeit mit den Staaten, in denen Kindersoldaten für die Streitkräfte oder bewaffnete Gruppen rekrutiert werden.

Drittens – eigentlich selbstverständlich –: Verbieten Sie die Exporte von Kleinwaffen dorthin, wo Kinder in bewaffneten Konflikten eingesetzt werden.

Beifallbei der LINKEN

Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen insbesondere von den Regierungsfraktionen, zum Schluss möchte ich noch etwas klarstellen – Herr Mansmann hat es hier angesprochen –: Niemand von uns behauptet, dass 17‑jährige Jugendliche, die freiwillig zur Bundeswehr gehen, um dort eine Ausbildung zu beginnen, Kindersoldaten seien. Hören Sie auf, falsche Behauptungen aufzustellen.

Das erwähnen Sie doch sogar in Ihrem Antrag!

Zurufevon der CDU/CSU

Wenn Sie das immer wieder behaupten, wird es nicht richtiger.

Beifallbei Abgeordneten der LINKEN

Allerdings hat die UN-Kinderrechtskonvention festgelegt, dass alle unter 18 formal als Kinder gelten. Wenn Ihnen das nicht gefällt, dann beschweren Sie sich doch bei der UNO.

Lassen Sie uns stattdessen das Gemeinsame in den Vordergrund rücken:

Lachendes Abg. Frank Steffel [CDU/CSU]

Das sagt die Richtige!

In die Hände der Kinder gehört keine Pistole, sondern ein Spielzeug oder ein Bleistift. In diesem Sinne: Stimmen Sie unserem Antrag zu.

Vielen Dank.

Beifallbei der LINKEN

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