Sehr geehrter Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren! Der Weltfrauentag bietet in jedem Jahr die Gelegenheit, Bilanz zu ziehen. Was hat sich für Frauen und Mädchen in Deutschland verändert? Was zum Guten, was zum Schlechten? Gut und richtig ist, den Kampf der Frauen für Gleichberechtigung und die mit diesem Kampf erzielten Erfolge in Erinnerung zu rufen: das Frauenwahlrecht, die Freiheit und die Emanzipation der Frau, die im Grundgesetz verankerte Gleichberechtigung. Aber damit meine ich echte Gleichberechtigung im Sinne von Chancengleichheit zwischen Männern und Frauen, keine Gleichstellung.
Chancengleichheit muss selbstverständlich gegeben sein; da sind wir uns alle einig. Chancengleichheit bedeutet aber nicht, dass der Staat in typischen Männerberufen, in sämtlichen Gremien und Parlamenten und in sozialistischer Manier eine Frauenquote von 50 Prozent erzwingen muss.
Chancengleichheit bedeutet vielmehr, dass es Frauen und Männern in ihrer freien Entscheidung möglich sein muss, all diese Tätigkeiten ausüben zu können, wenn sie das möchten.
Sie hingegen machen Frauen da zu Opfern, wo sie gar keine sind, schweigen aber dröhnend laut dort, wo Frauen zunehmend zu Opfern werden.
Sie führen einmal mehr Phantomdebatten. Ihnen geht es um die gendergerechte Verhunzung der deutschen Sprache. Ihnen geht es um Unisextoiletten. Ihnen geht es um Frauenquoten sogar bei Straßennamen.
Früher hat uns die ganze Welt um unsere Dichter und Denker und um unsere Ingenieurskunst beneidet. Und heute?
Heute lacht man uns aus, weil wir Millionen an Genderinstitute verpulvern, die an der Entwicklung eines 71. Geschlechtes basteln.
Ihr Kampf für Gleichberechtigung ist längst zu einem Kampf um Privilegien verkommen. Sie fordern Frauenquoten, aber bitte nur in Wohlfühlberufen: Quoten für Lehrstühle an der Uni, Quoten in Aufsichtsräten großer Unternehmen, Quoten in hohen Managementpositionen. Warum fordern Sie eigentlich keine Frauenquoten bei Militäreinsätzen im Ausland, nicht beim Bau oder bei der Müllabfuhr?
Ihre Quotenforderung ist nichts anderes als die für Sie typische konformistische Rebellion,
eine Rebellion, die in Wahrheit gar keine ist. Es ist kostenfreier Gratismut. Sie ecken nirgendwo an, wo es wehtun könnte. Sie spielen Rebell in sicherem Wissen, die Medien und den politischen Mainstream auf Ihrer Seite zu haben. Und Sie schmücken sich dann mit so edlen Begriffen wie „Haltung“, „Mut“ und „Zivilcourage“.
Meine Damen und Herren, Zivilcourage bedeutet aber nicht, mit dem Mainstream einfach mitzuschwimmen, sondern sich, wenn nötig, diesem Mainstream entgegenzustellen,
und das tut in diesem Land nur eine Partei, und das ist die AfD.
Wo ist denn Ihre Zivilcourage, wenn in deutschen Städten wie auf der Kölner Domplatte zahllose Frauen Opfer von Sexualdelikten werden?
Wo ist Ihr Mut, wenn es darum geht, klipp und klar die wahren Ursachen für zunehmende häusliche Gewalt, Zwangsheiraten, Genitalverstümmelungen, Kinderehen und Ehrenmorde zu benennen? Wo ist Ihre Haltung, wenn es darum geht, Frauen vor einer Unterdrückung durch Menschen aus patriarchalischen Gesellschaften zu schützen? Da hört man aus Ihrer Ecke zumeist erstaunlich wenig.
Nein, Sie haben eben keine Zivilcourage.
Ja, Sie haben eine Haltung, aber leider die falsche. Und nein, Sie sind nicht mutig, weil Sie den Mund immer dann halten, wenn Sie ihn eigentlich zwingend aufmachen müssten.
Und ja, wir brauchen eine neue, ehrliche Debatte über Frauenrechte. Frauenrechte zu stärken, ist aktuell wichtiger denn je. Dabei geht es aber nicht um Genderwahn oder darum, wie man Eltern politisch korrekt nennt. Nein, vielmehr geht es darum, dass wir Frauen in Deutschland des 21. Jahrhunderts uns das Recht zurückerkämpfen müssen, angstfrei und ohne männliche Begleitung auf die Straße gehen zu können.
Es geht darum, echte Wahlfreiheit zu haben als Frau und als Mutter und sich auch für drei Kinder und mehr entscheiden zu können, ohne sich einem Armutsrisiko auszusetzen. Es geht darum, dass Frauen und Mädchen sich so kleiden dürfen, wie sie möchten, dass sie nicht schon als kleine Kinder Kopftücher tragen müssen, die ein freies Rennen, Spielen, Schwimmen geradezu unmöglich machen und die die Unterdrückung der Frau von Kindesbeinen an zur zweiten Haut werden lassen. Es geht darum, dass Frauen und Mädchen alle Bildungsangebote wahrnehmen dürfen.
Chancengleichheit – Sie erinnern sich – insbesondere auch für Frauen und Mädchen mit Migrationshintergrund. Es geht darum, importierte patriarchalische Strukturen wieder aufzubrechen. Es geht um Nulltoleranz bei der zunehmenden Gewalt gegen Frauen,
Nulltoleranz, egal ob bei häuslicher Gewalt, Kinderehen, Zwangsheiraten oder Genitalverstümmelungen. Wo bleibt bei diesen Themen Ihr lauter Aufschrei? Wo?
Durch Ihr politisch korrektes, kultursensibles Schweigen machen Sie sich mitschuldig,
mitschuldig daran, dass die über Jahrhunderte hart erkämpften Freiheiten der Frauen in Deutschland schleichend immer weiter eingeschränkt und gefährdet werden. Viele Frauen und Mädchen trauen sich abends nicht mehr allein zum Joggen oder auf die Straße, meiden bestimmte Stadtteile. Schwimmbadbesuche werden zum Spießrutenlauf. Das ist leider die bittere Realität für Frauen in Ihrem besten Deutschland, das es je gab.
Aber Sie stören sich lieber daran, dass es immer noch Gentlemen gibt,
Männer, die Frauen aus dem Mantel helfen, die Frauen die Tür öffnen, die Frauen im Bus ihren Platz anbieten. Viele von Ihnen halten solche selbstverständlichen Freundlichkeiten für eine patriarchale Anmaßung, für das Ergebnis eines patriarchalen Frauenhasses, wo es doch nichts anderes ist als eine tradierte Ehrbekundung des Mannes an die Frau.
Meine Damen, nicht der alte weiße Mann ist der Feind der Frauen im 21. Jahrhundert. Es ist Ihre utopiebesoffene Multikultipolitik,
deren Folgen für viele Frauen zum realen Albtraum werden.
Und wenn man die neuesten Bilder von den Gewalttätigkeiten an der griechisch-türkischen Grenze sieht, ahnt man noch Übleres auf uns zukommen. Es wiederholt sich gerade das, wovor wir als Einzige immer gewarnt haben. Und es sind erneut die Frauen hierzulande, die das ausbaden müssen.
Mein Appell an Sie: Beenden Sie endlich Ihren konstruierten Kampf der Geschlechter! Männer sind nicht unsere Gegner, sie sind unsere Partner. Lassen Sie Leistung und Qualifikation entscheiden, keine Quoten! Denn keine Frau möchte als Quotenfrau abqualifiziert werden.
Hören Sie auf mit Ihrem Kampf gegen die Natur! Lassen Sie Frauen als Frauen und Männer als Männer glücklich sein! Öffnen Sie endlich die Augen für die Probleme der Frauen in Deutschland! Ansonsten machen Sie sich weiterhin mitschuldig. Und ich bezweifle sehr, dass kommende Generationen Ihre Politik noch bejubeln werden. Kehren Sie stattdessen zu den Kernzielen echter Frauenrechtlerinnen zurück: Freiheit, Sicherheit, Schutz vor Gewalt, Gleichberechtigung.
Damit haben Sie im Deutschland des 21. Jahrhunderts leider genug zu tun; denn all diese mühsam erkämpften Rechte der Frauen sind aufgrund Ihrer Politik in höchster Gefahr.