Herr Kollege Kindler, die Bundesregierung hat gezeigt – ich glaube, die Bundeskanzlerin wird das auch heute zeigen –, dass wir solidarisch sind. Wir haben ein Paket auf den Weg gebracht mit drei Säulen: 200 Milliarden Euro bei der EIB, 100 Milliarden Euro „Sure“-Kurzarbeitergeld und 240 Milliarden Euro über die ECCL des ESM. Hier, glaube ich, ist es eher angezeigt, dass wir als Deutscher Bundestag darauf drängen, dass die Europäische Kommission das umsetzt – denn schnelle Hilfe ist aktuell die beste Hilfe in der Krise –, und dass wir uns dann möglicherweise in die Debatte begeben, die Sie eben angerissen haben.
Aber ich widerspreche Ihnen ausdrücklich: Wenn wir uns über einen Wiederaufbaufonds unterhalten – das hat die Bundeskanzlerin deutlich gemacht –, dann sollte das im Rahmen der Gespräche über den EU-Haushalt sein. Nehmen wir nur mal das Thema Kohäsionsfonds: Warum muss ich einen Wiederaufbaufonds neu erfinden, wenn ich Strukturfonds habe?
Warum nutze ich nicht vorhandene Instrumente? Ich komme aus einem neuen Bundesland. Ohne die europäischen Strukturfonds sähe Mecklenburg-Vorpommern heute nicht so aus, wie es aussieht. Warum soll das in Italien, Spanien, Frankreich oder Griechenland nicht auch möglich sein, Kollege Kindler?
Insoweit: Wir brauchen aus meiner Sicht nicht monatelange, jahrelange Debatten über neue Instrumente, sondern schnelles Handeln ist richtiges Handeln, auch und für Europa.
Herzlichen Dank, liebe Kolleginnen und Kollegen.