Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren! Das Thema haben Sie offensichtlich nicht begriffen. Ich versuche, es noch einmal zu erläutern.
Die AfD hat als einzige Fraktion versucht, die Coronaproblematik mit Augenmaß anzugehen.
– Sehen Sie, ich bin genau richtig. Nun kommt aus dem Hause des BMI eine Analyse,
ein Bericht, der quasi einen Paukenschlag betreffend die Sichtweise auf das Problem bedeutet.
Die Unstimmigkeit darüber, verehrter Kollege Frei, wie diese Analyse zusammengekommen ist, ist nicht mein Thema.
Das ist eine ganz andere Sache. Das ist nicht entscheidend, weil das ein anderer Bereich ist. Das verstehen Sie aber nicht.
Entscheidend ist, dass neun prominente, anerkannte Wissenschaftler die Ergebnisse der Analyse teilen, unterstützen und deren Bedeutung kommentieren.
Das haben Sie nicht begriffen.
Alle hier im Hause vertretenen Parteien außer der AfD scheinen Panik, Schikanen, Furcht und Abschottung förmlich zu genießen. Was anderes haben Sie doch nicht im Kopf.
Eine Vorgehensweise, die bisher nur von drüben kam, haben Sie alle übernommen. Aber Sie könnten sogar in eine Einheitspartei gehen.
Meine Damen und Herren, die Analyse aus dem Bundesministerium des Innern ist eine Schande für den Anspruch einer Regierung,
zum Wohle der Bevölkerung alle Erkenntnisse einzubeziehen, die zur Bewältigung einer Krise angeboten werden. Wir fragen Sie: Welchen volkswirtschaftlichen Nutzen hat eine hochqualifizierte Wissenschaft, wenn sie nicht gehört wird,
wenn diese den Beweis einer jahrelangen wissenschaftlichen Erfahrung nicht einbringen kann?
Welchen Nutzen hat ein Industriestaat, wenn er ungeheure Mengen an Volksvermögen in die Ausbildung hochqualifizierter Wissenschaftler steckt, aber diese nicht an den Lösungen beteiligt? Dies frage ich Sie, meine Damen und Herren.
In der gemeinsamen Pressemitteilung vom 11. Mai bestätigen die unterzeichnenden Wissenschaftler
das Engagement des Mitarbeiters des Bundesministeriums des Innern und geben eine klare Einschätzung aller Probleme, die mit den Maßnahmen verbunden sind.
– Die Wissenschaftler kann ich Ihnen gerne gleich nennen.
Die Unterzeichner stellen fest, dass der Mitarbeiter seine Einschätzung anhand der ihren, der Wissenschaftler, vorgenommen hat.
Es geht um den Nutzen, um Schadenanalyse und um die getroffenen Maßnahmen.
Es ist bedauerlich, dass das Bundesministerium des Innern und die Bundeskanzlerin die Analyse nicht berücksichtigen wollen.
Meine Damen und Herren, der Kernsatz der Analyse ist, dass therapeutische und präventive Maßnahmen niemals schädlicher sein dürfen als die Erkrankung selbst.
Das ist der Grundsatz. Aber das ist Ihnen fremd. Ich weiß nicht, ob Sie den Spruch von Adenauer kennen: Er war ungerecht, der liebe Gott, er hat die Intelligenz begrenzt, die Dummheit nicht. – Das soll er gesagt haben.
Die unterzeichnenden Wissenschaftler fordern, dass für eine künftige systematische Erfassung mindestens die folgenden medizinischen Disziplinen einzubeziehen sind. Ich trage sie Ihnen vor, vielleicht kennen Sie einige davon: Mikrobiologie, Allgemeinmedizin, Sozialwissenschaft, experimentelle Pharmakologie, Toxikologie, Dermatologie, evidenzbasierte Medizin, Gastroenterologie und Psychologie.
Alle diese Wissenschaftler stehen hinter diesem Bericht und möchten eingebunden werden.
– Was brüllen Sie denn immer rum? Ich verstehe kein Wort.
Statistisch betrachtet wurden 2,5 Millionen Patienten infolge der Maßnahmen nicht operiert, obwohl nötig. Nehmen Sie das zur Kenntnis.
Dass dadurch Todesfälle zu beklagen sind, hat eine relativ große Spannweite von 5 000 bis 125 000 Fällen.
Aber das ist für Sie uninteressant. Sie sind ja nicht betroffen.
Es war ungenügend definiert, aber eine Wahrscheinlichkeit ist vorhanden. Das heißt weiter, dass diese in den verschobenen oder unterbrochenen Behandlungen im Bereich Krebsvorsorge, Schlaganfall, Herzinfarkt usw. zu begründen sind. Der Blickwinkel geht auch von der Zunahme von Suiziden aus, die logischerweise mit der Ausweglosigkeit zu begründen sind, die sich aufgrund der Situation ergibt. Für Sie etwas Fremdes. Das kann ich mir vorstellen. Vernichten von Existenzen,
Todesfälle durch Herzinfarkte und Schlaganfall, verursacht durch übertriebene öffentliche Wahrnehmung – jetzt hören Sie zu –, dass Corona gefährlicher ist als Herzinfarkt und Schlaganfall. Das war die Definition.
Somit werden Warnzeichen unterdrückt bei diesen Patienten,
und die Folgen sind eingetreten.
Die psychologischen Folgen der durch die reduzierten Kontakte einer ganzen Gruppe von Menschen, meist Ältere und Pflegebedürftige, sind besonders problematisch, da gerade hier die psychologische Wirkung des Lebenswillens und somit die Abwehrkräfte beeinträchtigt werden.
– Das ist nicht von mir, das haben die Wissenschaftler gesagt. Ich gebe Ihnen das dann.
Das Thema „häusliche Gewalt“, Ihr Lieblingsthema, haben wir schon erörtert. Das lasse ich mal weg.
Die Wissenschaft geht auch auf die Lebenserwartung ein, die aufgrund der Gesamtentwicklung – ich hoffe nicht, dass Sie jetzt protestieren – immer höher geworden ist. Wollen Sie sich auch darüber aufregen? Durch die psychischen Folgen ist aber nun ein negativer Trend zu erwarten. Arbeitslosigkeit und Perspektivlosigkeit sind Dinge, die Sie nie erlebt haben, weil Sie vermutlich nie gearbeitet haben.
Die Berichterstattung des RKI wird ebenfalls kritisch beäugt: –