Vielen Dank, dass Sie auch den Ton angesprochen haben. Ich glaube, das ist wichtig. Auch möchte ich Sie persönlich nicht angreifen, weil wir dazu im Austausch stehen. Aber in der Sache muss ich Ihnen sagen: Ich verstehe Ihre Argumentation überhaupt nicht.
Erstens gilt das, was Sie sagen, für heterosexuelle Paare in dem Maße nicht. Auch Sie, Herr Patzelt, verstehe ich einfach nicht: Sie machen einen Unterschied zwischen den Geschlechtern der Paare an dieser Stelle.
Wenn in eine Hetero-Familie ein Kind geboren wird, wird genau das ja nicht gemacht.
– Ja, Herr Patzelt, Entschuldigung! Ich bin ja dran. – Gesetzt den Fall, Sie wollen mit Ihrer Frau ein Kind und sind nicht zeugungsfähig, was ja mal sein kann. Dann werden Ihnen genau diese Dinge nicht so wie einem lesbischen Paar auferlegt. Genau das ist der Unterschied.
Und wenn Sie jetzt noch sagen: „Wenn wir im Abstammungsrecht die Sachen regeln, trifft auf einmal diese Beratung für lesbische Paare nicht mehr zu“, dann, finde ich, machen Sie eine unglaubwürdige Linie auf. Das ist doch überhaupt nicht logisch. Warum lassen Sie denn nicht zu, dass dieses Gesetz durch unseren Änderungsantrag oder den Entschließungsantrag der FDP so geändert wird, dass sich genau diese bestehenden Ehen, diese bestehenden Herkunftsfamilien, nicht an dieser Zwangsberatung beteiligen müssen? Warum müssen sie das denn machen? Das mussten Sie mit Ihrem Mann, mit Ihren Kindern auch nicht. Sie machen genau Folgendes: Sie regieren in Familien hinein und sagen ihnen: Sie müssen sich noch mal Gedanken machen, weil Sie zwei Frauen sind. – Das ist Diskriminierung pur, und Sie können das an dieser Stelle heute und hier ändern.
Ich sage das noch mal in aller Freundlichkeit: Es gibt wirklich sehr, sehr viele Paare außerhalb dieses Hauses, die auf dieses Gesetz, auf ein geändertes Abstammungsrecht und einen Abbau dieser Diskriminierung warten. Das muss enden!
Ich darf Sie noch mal darauf hinweisen oder bitten, dass Sie Ihre Zwischenrufe etwas mäßigen.
– Das werden wir im Protokoll noch mal nachvollziehen. Aber ich wurde jetzt wiederholt von Kollegen gebeten, Sie darauf hinzuweisen, sich zurückzuhalten. Wenn Sie anderen Kolleginnen und Kollegen in einer Debatte intellektuelle Fähigkeiten absprechen, dann bitte ich mal – –
– Sie haben es die ganze Zeit ganz offensichtlich gemacht, und das werde ich durch das Protokoll überprüfen lassen, und dann werde ich auch dementsprechende Maßnahmen ergreifen.
Die nächste Rednerin: für die SPD-Fraktion Susann Rüthrich.