Frau Präsidentin! Werte Kollegen! Die Coronamaßnahmenkrise hat auch etwas Gutes: Sie offenbarte einmal mehr die Grenzen der viel gepriesenen Digitalisierung des Bildungswesens. Die schulschließungsbedingte Phase des Onlinelernens lässt eine ganze Generation von Schülern dem Lernstoff noch mehr hinterherhinken, als es ohnehin schon der Fall war. Auch der DigitalPakt Schule konnte hieran rein gar nichts ändern. „Das Deutsche Schulbarometer Spezial Corona-Krise“ kommt zu dem Ergebnis, dass flächendeckender digitaler Ersatzunterricht die Bildungschancengleichheit, gelinde gesagt, killt. Offensichtlich kann weder Onlinelernen noch stundenlanges Sitzen vor eckigen Bildschirmen den Präsenzunterricht und den Kontakt mit dem Lehrer annähernd ersetzen.
Das hat verheerende Auswirkungen auf die Zukunftsfähigkeit unserer Gesellschaft. Die Lehre aus der Krise muss deshalb sein, unser Schulsystem auf den zukünftigen Alltag und Epidemiesituationen gleichermaßen vorzubereiten, und zwar so, dass ein Präsenzunterricht unter Beachtung aller gebotenen Schutzmaßnahmen möglich ist.
Die Grünen nutzen die Krise, um weiterhin die ideologische Axt an unser Schulsystem zu legen.
Ihre Forderungen nach einem Ganztagsschulsystem ab der Grundschule und Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen für Sozial-, Medien- und Theaterpädagogen lehnt die AfD-Fraktion selbstverständlich ab.
Das beschleunigt nur das absehbare Waterloo der deutschen Bildungsnation.
Der FDP-Antrag offenbart ein verqueres Bild der Lebensrealität vieler Schüler unseres Landes. Die FDP kennt für alle Herausforderungen der Gegenwart nur eine Lösung: maximale Digitalisierung. Diese ist aber – letztendlich – gefühllos, kalt und eine Vorbereitung auf George Orwells „1984“.
Wohin führt seelen- und gottlose Digitalisierung ohne Maß und Verstand?
Zum beziehungsuntauglichen Schüler mit möglichst ideologisch verpixelter Weltsicht.
und digitaler Demenz.
Wir stehen bereits vor den Trümmern unserer Bildungslandschaft. Die größten Verlierer sind unsere unschuldigen Kinder.
Nur die Alternative für Deutschland fordert, was unsere Schulen wirklich brauchen: mehr Lehrkräfte, kleinere Klassen, eine bessere digitale und technische Infrastruktur, geschulter pädagogischer Umgang mit Digitalität und die Finanzierung von Hygienemaßnahmen – um nur einige der 13 Forderungen aus unserem Antrag zu nennen. Unser pragmatischer Antrag mit Bildungsbodenhaftung hilft, unser Schulsystem pandemiekrisensicher zu machen und dabei Bildungsgerechtigkeit wiederherzustellen.
Lehrkräfte, die an allen, vordersten Fronten unserer Zukunftsgesellschaft kämpfen, werden wesentlich entlastet.
Meine Damen und Herren, Kinder sind unser höchstes Gut und die Zukunft unserer Gesellschaft. Ihre Gesundheit, ihr Schutz und ihre Bildung haben allerhöchste Priorität. Die Menschen von heute wie morgen werden durch Bildung in die Lage versetzt, als mündige Bürger eigenständig und eigenverantwortlich in den Kommunikationswelten zu handeln. Sie sollen durch humane und humanistische Bildung immun gemacht werden gegen Ideologisierung, Fanatismus, virtuell bedingte Abhängigkeiten sowie Vereinsamung und Entmenschlichung.
Bildung ist für die AfD mehr als ein antrainierter, reflexartiger kulturmarxistischer Kompetenzoutput.
Wir wollen Menschen bleiben mit all unserer Urteilskraft und unserem Tatendrang, mit Würde und unserem freien Willen – in Einigkeit und Recht und Freiheit.
Guten Abend.