Sehr geehrte Herren Präsidenten! Meine Damen und Herren! Sie alle hier kennen die Zeitungsberichte über SARS-CoV-2-Laboruntersuchungen, die schieflaufen. Die einen nennen es eine kleine Panne. Andere und ich nennen das skandalös. Ergebnisse werden zu langsam oder gar nicht übermittelt. Es wird hier zu viel, da zu wenig getestet. In Bayern haben wir ein wildes Massentesten. Das ist nicht der richtige Weg. Denn spätestens bei der zweiten Infektionswelle im Herbst oder Winter wird es bei den Testressourcen eng werden. Die bestehende Teststrategie funktioniert nicht.
Meine Damen und Herren, wer verantwortlich handeln will, muss gezielt und klug testen. Deshalb legen wir eine intelligente und praxistaugliche Teststrategie vor, als erste Fraktion hier im Bundestag. Sie ermöglicht schnelles, digitales und gezielteres Testen.
Sie schützt die Risikogruppen und das Gesundheitssystem. Eine sinnvolle, durchführbare und nachhaltige Teststrategie muss einer zwingenden Logik folgen. Die Basis muss der aktuelle Stand der Wissenschaft sein. Die Strategie muss im Angesicht des sich entwickelnden Wissens agil auf Veränderungen reagieren. Es muss für die Bevölkerung auch nachvollziehbar sein, nach welchen Kriterien getestet werden kann.
– Wenn Sie Fragen haben, fragen Sie ruhig. Ich freue mich darauf.
Von unseren Vorschlägen möchte ich drei Punkte herausheben, die für eine nationale Teststrategie unerlässlich sind:
Erstens. Informationen müssen fließen. Geschwindigkeit ist Pflicht. Menschen wollen und müssen rechtzeitig wissen, was das Testergebnis ist, um so später verantwortungsvoll handeln zu können. Deshalb, meine Damen und Herren, müssen sie das Ergebnis der Untersuchung innerhalb von 24 Stunden erfahren.
Ohne Ergebnisse sind unnötige Quarantäne und Menschengefährdungen die Folge. Das ist ein unerträglicher Zustand.
Zweitens. Die Menschen müssen Teststationen regional und lokal vor Ort kennen. Viele klagen zu Recht darüber, dass sie gar nicht wissen, wo, wann, wohin, unter welchen Umständen sie sich testen lassen müssen. Sie werden von A nach B geschickt und sind eher irritiert, als sich unterstützt zu fühlen. Die Teststationen müssen auf verschiedenen Kommunikationswegen bekannt gemacht werden: Fernsehen, Radio, Zeitung, Internet usw. Wichtig dabei ist: Niederschwellig muss die Information erhältlich sein.
Dabei ist auch zu beachten, dass die alltägliche medizinische Versorgung dadurch nicht beeinträchtigt wird oder gar weitere Patienten oder Personal gefährdet werden.
Dritter Punkt. Es müssen ausreichende Testkapazitäten und Testverfahren vorgehalten werden. Wenn es mit den Testkapazitäten eng wird, müssen wir offen sein für alternative Lösungen auch außerhalb der humanmedizinischen Laboratorien.
So, meine Damen und Herren, sollte eine nationale Teststrategie aussehen; denn so schützt sie uns und unsere Freiheit. Ich freue mich sehr auf die Diskussionen im Ausschuss.
Herzlichen Dank.