Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren! Praxistaugliche und intelligente Covid-19-Teststrategie – so das Thema. Der Antrag kritisiert zu Recht, dass in hohem Maß und nicht zielgerichtet getestet wird; da sind wir uns bestimmt einig. Zum PCR-Test muss man aber feststellen: Die übliche Handhabung der Tests auf das neue Coronavirus, auch von einigen Drosten-Test genannt, ist untauglich, um ausreichend sichere Ergebnisse und Aussagen zur Verbreitung von SARS-CoV-2 zu liefern.
Es entsteht, meine Damen und Herren, eine mathematisch-statistisch begründete Fehlinterpretation der Lage durch hohe Anzahl von Testungen im Zusammenhang mit der Fehlerhaftigkeit im Bereich der falsch positiven Testergebnisse.
Einem dpa-Artikel vom 2. September ist zu entnehmen, dass die Vorsitzende des Deutschen Netzwerkes Evidenzbasierte Medizin, Frau Lühmann, die hohe Anzahl durchgeführter Tests im Verdacht hat, uns ein falsches Bild zu vermitteln. Müssen Sie mal mit ihr reden; das hat sie so gesagt. Kurz gesagt: Bei einer geringen Infektionsrate in der Bevölkerung wie derzeit fallen falsch positive Testergebnisse so stark ins Gewicht, dass mit den dann gemeldeten Infektionszahlen ein stark verzerrtes Bild gezeichnet wird.
– So ist es nun mal. – Es entsteht so der Eindruck einer Pandemielage, was nicht haltbar ist. Wir haben keine Pandemie, meine Damen und Herren!
Auch Minister Jens Spahn hat am 14. Juni im sogenannten „Nach-Bericht aus Berlin“ auf die Gefahr falsch positiver Tests hingewiesen.
Positive Testergebnisse müssten immer durch weitere Tests der positiv getesteten Personen und genauere Testverfahren überprüft werden, was auch die Hersteller der Tests erklären, aber in der Praxis offenbar nicht durchgeführt wird oder nicht durchgeführt werden kann. Dies geht aus demselben Artikel hervor.
In einem Medienbericht heißt es derzeit: In vielen Ländern der Welt verwendete PCR-Tests auf aktive Viren liefern ungenaue Ergebnisse, und wenn man die Daten aus der Fachliteratur zusammenfasst, muss mit einer falsch positiven Rate von circa 1 Prozent gerechnet werden. Je mehr getestet wird, desto mehr kann es also den Anschein haben, dass es viele Infizierte gibt, obwohl das gar nicht zutrifft.
Leuchtet Ihnen vielleicht nicht ein, ist mathematisch aber so. Die PCR-Testkits sollten nicht als direkte Evidenz für klinische Diagnosen benutzt werden können.
Und jetzt ein paar Worte zu den Todesfällen, den Sterbestatistiken, die wir ja auch immer mit anführen. Laut EuroMOMO – ist Ihnen ja bekannt; die beschäftigen sich mit der Übersterblichkeit – kann man insbesondere für die Zeit ab der 34. Kalenderwoche erkennen, dass die Sterberaten in zahlreichen europäischen Ländern derzeit niedrig sind
und in einigen Ländern in fast allen Altersgruppen einen Tiefstand über den Zeitraum der letzten drei Jahre erreicht haben.
Die Annahme einer derzeitig hohen Infektionsrate mit gleichzeitig hoher Gefährlichkeit des SARS-CoV-2 kann nicht aus der Sterbestatistik entnommen werden – ganz im Gegenteil, meine Damen und Herren!
In zahlreichen Ländern war im Frühjahr/Sommer 2020 keine erhöhte Sterberate zu verzeichnen, laut EuroMOMO – so heißen sie ja – beispielsweise in Österreich, Dänemark, Estland, Finnland, Griechenland und noch einigen mehr. In manchen Ländern Europas liegen die Sterbezahlen deutlich unter dem Durchschnitt, zum Beispiel in Großbritannien, Frankreich, Irland und auch weiteren Staaten. Insgesamt betrachtet verursacht das Virus keine so dramatische Lage, wie sie derzeit von einigen Leitmedien gezeichnet wird. Aber wir kennen das ja: Nur die schlechte Nachricht ist die gute Nachricht.
Meine Damen und Herren, wir hatten in den Jahren 1995/96 circa 25 000 Grippetote, 2012/13 und 2017/18 jeweils mehr als 20 000 Grippetote. Man muss die Lage und die Ausbreitung dieses Virus natürlich im Auge behalten. Aber von einer Epidemie oder Pandemie können wir und sollten wir nicht sprechen und nicht unverantwortlich Hysterie verbreiten.
Massentests sind absolut zu vermeiden.