Frau Staatsministerin, ich denke, in einer kulturvollen Diskussion hätte man eine Zwischenfrage auch zulassen können. Aber das ist meine private Meinung.
Ich möchte Ihnen auch nicht verhehlen, dass ich als jemand, der gelegentlich versucht, mit Sprache Geld zu verdienen, Ihr Bild, Kultur sei nichts für Feinschmecker, sondern Brot für alle, etwas schräg finde. Nehmen Sie mir bitte ab: Wir streiten auch um Brot für Feinschmecker.
Das nur, um hier mal ein paar Vorurteile über Sozialismus und Linke zu widerlegen.
Und dann möchte ich Ihnen sagen: Alarmstufe rot. Also die Kulturveranstalter und Unternehmerinnen und Unternehmer, die zu Tausenden am Brandenburger Tor waren, haben das vollkommen anders interpretiert als Sie. Sie fühlen sich schrecklich alleingelassen. Und sie wollen, wie die Konzertveranstalter, die übrigens andere sind, ihre Lösungen, wie sie wieder Veranstaltungen durchführen können, wie sie wieder Konzerte machen können, gerne auch an runden Tischen sachkompetent mit Ihnen austauschen. Das ist bislang zum großen Teil verweigert worden.
Deswegen kann ich Ihnen nur sagen: Die Kulturschaffenden in diesem Lande, soweit sie das Ende dieses Jahres überhaupt noch in Existenz erleben dürfen, sind schrecklich enttäuscht von Ihnen und von der Bundesregierung und glauben nicht, dass Kultur bei Ihnen in guten Händen ist.