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182. Sitzung
Mittwoch, 7. Oktober 202019. Wahlperiode, 182. SitzungAktuelle Stunde
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Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Warum gibt es diese Aktuelle Stunde?

Weil ihr sie beantragt habt!

Es geht um Gefühle,

Ja, Gefühle der SPD!

– ja, Gefühle –, um Liebesentzug. Die Grünen leiden unter Liebesentzug.

Heiterkeitdes Abg. Uwe Witt [AfD]

Da geht ein Funktionär der Grünen in den Wald nach Hessen und wird beschimpft.

Ja, guck sie dir doch an!

Und die Frau Neubauer verkündet: Fridays for Future sieht nicht automatisch nur die Grünen als ihre Partei.

Nur zur Info: Die Aktuelle Stunde wurde von SPD und CDU/CSU beantragt!

Da geraten Ihre Parteivorsitzenden in Panik, fallen in ein verkehrspolitisches Koma und verkünden: Wir hören auf mit dem Straßenbau.

Beifallbei der SPD, der CDU/CSU und der FDP

Typisch SPD! Noch nicht mitgekriegt, dass man selber in der Regierung ist!

Kommen Sie wieder zurück in die Realität. Ich könnte hier jetzt in fünf Minuten 20 Jahre Verkehrspolitik runterbeten.

Ja, machen Sie mal!

Aber ich will kurz an den Bundesverkehrswegeplan 2003 erinnern, bei dessen Ausarbeitung ich die Ehre hatte, dabei zu sein. Den haben wir zusammen mit den Grünen gemacht.

So ist es! Rot-Grün!

Wir haben damals ein Ökosternchen eingeführt,

Oh! Hört! Hört!

eine besondere naturschutzfachliche Überprüfung für Projekte des Vordringlichen Bedarfs, und da war die A 49 dabei. Dann haben wir diese besondere naturschutzfachliche Prüfung vorgenommen. Das Ding war erledigt, die Grünen haben zugestimmt, dass es in den Vordringlichen Bedarf kommt, und in der Zwischenzeit wird fleißig gebaut.

Damals habe ich mit dem Kollegen Albert Schmidt, verkehrspolitischer Sprecher, viel zu tun gehabt

Damals wolltest du auch noch die Elbe betonieren!

und habe ihn als Kollegen sehr schätzen gelernt. Er hat 2004 in großer Voraussicht, dass sich die Grünen bis heute nicht geändert haben, zusammen mit Fritz Kuhn und Michaele Hustedt ein Papier veröffentlicht, aus dem „Der Spiegel“ wie folgt zitiert: Verkehrsvermeidung als Programm, Reiselust als Handlungsalltag, das ist die Lebenslüge, das Auseinanderfallen von Anspruch und Wirklichkeit, welche das schlechte Gewissen wegen der ausbleibenden Verkehrswende ausmacht.

Das ist Ihr Auseinanderfallen von Anspruch und Wirklichkeit:

Jetzt antworte auf das Problem!

Hier die großen Ideologen spielen, und in den Ländern, wo Sie Verantwortung tragen, machen Sie ganz pragmatisch Politik. Diesen Widerspruch zeigen wir Ihnen hier auf, und da kommen Sie nicht davon.

Beifallbei der SPD, der CDU/CSU und der FDP

Was mich ärgert, ist, dass Sie uns hier hinstellen, als würden wir wirklich in der Vergangenheit festhängen.

1960 ist vergangen!

Schon der Bundesverkehrswegeplan 2003 war ein integrierter. Der 2030er hat erstmals Erhalt vor Neubau gestellt.

67 Prozent!

Wir haben die Weichen im wahrsten Sinne des Wortes nicht nur neu gebaut, sondern auch neu gestellt.

Auch darüber hinaus sind wir dabei, diese Politik zu ändern. Der Bundesverkehrswegeplan ging noch von einer Prognose aus, nach der wir bauen. Jetzt sagen wir: Nein, wir legen in der Schiene einen Fahrplan fest und bauen danach die Infrastruktur. – Wir bewegen uns, nur Sie bleiben Ihrer Antiautopolitik verhaftet. Darüber sollten Sie mal kräftig nachdenken.

Beifallbei der SPD, der CDU/CSU und der FDP

Wir haben mit der Überschrift dieser Aktuellen Stunde auch den Zusammenhang zwischen Wirtschaftswachstum und Verkehr hergestellt. Es lohnt sich, mal in eine Statistik reinzuschauen, die den Lkw-Maut-Fahrleistungsindex der Wirtschaftskraft gegenüberstellt.

Der Redner hält eine Abbildung hoch

Das können Sie hier nicht sehen, sich aber auf der Webseite des Statistischen Bundesamts anschauen. Es gibt da einen klaren Zusammenhang, der allerdings über die Strecke geringer wird – das ist Erfolg unserer Politik –: Wir entkoppeln.

Sie entkoppeln von sozialer Gerechtigkeit!

Wir machen das aber auf einem Weg, auf dem unsere Volkswirtschaft erhalten bleibt und die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zu ihrer Arbeit kommen, die Menschen zu ihrem Arzt kommen und auch in den Urlaub fahren können.

Beifallbei der SPD sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU und der FDP

Auf die vielen Widersprüche ist schon hingewiesen worden. Auch die Grünen in Rheinland-Pfalz wollen, dass die A 1 im Lückenschluss gemacht wird; der Kollege Luksic hat darauf hingewiesen.

Es gibt aber ein Projekt in Rheinland-Pfalz, bei dem ich den Eindruck habe, Herr Bundesminister, da sitzt irgendwie so ein grüner Frosch bei Ihnen im Ministerium.

Lachenbei Abgeordneten der AfD

Auf der A 61 stand ich letztens wieder an einem ganz normalen Wochentag mittags in einem Stau wegen Überlastung.

Au weia, er stand im Stau!

Das war im Abschnitt Autobahnkreuz Frankenthal bis Landesgrenze von Baden-Württemberg. Da haben wir seit 2015 in dem oberen Abschnitt Baurecht, seit 2018 in dem anderen Abschnitt. Vergessen Sie das mit ÖPP! Lassen Sie uns das morgen konventionell bauen! Ich lasse mich dann gerne von den grünen Kollegen als Betonpolitiker beschimpfen.

Heiterkeitbei der SPD

Ich finde, das ist eine gute Sache. Machen wir das zusammen!

Vielen Dank.

Beifallbei der SPD sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU

Vor allem, du stehst nicht mehr im Stau!

Beifallbei der CDU/CSU

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