Herr Präsident! Meine Kolleginnen und Kollegen! Parität von Frauen und Männern ist in diesem demokratisch gewählten Parlament ein Selbstverständnis. Denn so wird gewährleistet, dass die Bevölkerungshälften von Frauen und Männern gerecht abgebildet werden und der Gleichstellungsauftrag in Artikel 3 Absatz 2 des Grundgesetzes bei der Partizipation erfüllt wird.
Ich hoffe, in wenigen Jahren ist dieser Satz endlich Realität. Aber da sind wir noch nicht, liebe Kolleginnen und Kollegen.
Es waren wir Grünen, die diesen Gruppenantrag heute auf die Tagesordnung gesetzt haben. Sonst hätten Sie alle hier heute zu Parität nichts sagen können. Denn gestern in der Debatte um die Wahlrechtsreform wurde Parität von Ihnen in der Koalition mit keiner Silbe erwähnt. Noch vor Kurzem hat die SPD groß getönt: Keine Wahlrechtsreform ohne Parität! – Gestern kein Wort dazu. Ich muss sagen: Das war entlarvend.
Meine Damen und Herren, wir alle wissen: Es geht so nicht weiter. Ein Frauenanteil von 31 Prozent ist inakzeptabel. Es gibt viele Gründe, endlich eine gerechte Repräsentanz von Frauen herzustellen, aber es gibt keine, sich einem steigenden Frauenanteil zu verweigern. Der Unmut hat spürbar zugenommen, besonders bei den Frauen hier im Bundestag, in den Parteien, aber auch bei den Frauenverbänden und vielen Frauen, die sich nicht adäquat im Parlament abgebildet sehen.