Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Frankreich brennt, vor allem das christliche: 874 Kirchen gingen in einem Jahr in Flammen auf oder wurden verwüstet, darunter fast tausend Jahre alte Kathedralen. Schlimmer noch: Hunderte Franzosen wurden massakriert. Vor zwei Wochen schnitt ein islamischer Eiferer dem Lehrer Samuel Paty den Kopf ab, auf offener Straße, am helllichten Tag, bei lebendigem Leib. Warum? Meine Damen und Herren, Samuel Paty, dieser aufrechte Mittelschullehrer aus dem Städtchen Moulins in der Auvergne, hatte ein Ziel: Er wollte seine Kinder zu freien Menschen erziehen, zu freien Bürgern der stolzen Republik Frankreich; deshalb musste er so bestialisch zugrunde gehen. Er hatte seinen Schülern Mohammed-Karikaturen gezeigt, um sie das hohe Gut der Meinungsfreiheit zu lehren. Meine Damen und Herren, Samuel Paty verkörperte das Beste unserer Kultur, den Glauben an die Erziehung freier Menschen. Er hat sein Leben dafür riskiert, und er hat sein Leben dafür gegeben.
Wir verneigen uns vor dem Mut dieses Mannes.
Und die Lage verschlimmert sich täglich. Erst gestern schnitten islamische Täter einer alten Frau den Kopf ab, mitten in der Kathedrale von Nizza. Ganz Frankreich stürzt in eine Identitätskrise. Im Land geht die nackte Angst um; denn die Probleme reichen noch viel, viel tiefer. In immer mehr Städten und Regionen wachsen Gegengesellschaften, wuchern geradezu. Immer größere Teile koppeln sich von der französischen Gesellschaft ab, sie verachten den freiheitlichen Staat, sie spucken auf westliche Werte, orientieren sich an orientalischen Verhaltensweisen und Vorbildern. In Frankreich, in den Franzosen brennt die tiefe Angst vor dem Verlust ihrer Lebensweise, ihrer Tradition, ihrer Identität, ihres Zuhauses. Sie wollen ihre Heimat verteidigen als Patrioten, und dazu haben sie alles Recht.
Selbst Präsident Macron, ein Zögling des eher links-grünen Zeitgeistes, musste plötzlich Farbe bekennen und seinen Franzosen ein realistisches Gesamtbild zeigen. Er spricht jetzt von „contre-société“, von einer Gegengesellschaft, mit einem – so wörtlich – islamischen Separatismus, also einer islamischen Gegengesellschaft, die mitten in Frankreich immer weiter wächst. Sie habe, so Macron wörtlich, das Endziel, die Kontrolle zu übernehmen, und zwar vollständig. Das alte Frankreich sei geradezu zerbrochen, beherrscht von einer – hören Sie zu! – kulturellen Unsicherheit; denn Frankreich sei gelähmt durch eine Form des Selbsthasses, geschürt vor dem Hintergrund seiner kolonialen Vergangenheit.
Präsident Macron fordert jetzt eine Reconquête, also eine Art Reconquista. Er fordert die Franzosen auf – wörtlich –: Wir müssen alles zurückerobern. – Und er fordert „une mobilisation de toute la nation“, die Mobilisierung der gesamten Nation. Das sagt nicht die AfD, das sagt Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron.
Bei uns in Deutschland jedenfalls würden solche Reden vom Verfassungsschutz beobachtet, in Talkshows von ARD und ZDF käme er niemals vor, und vom Evangelischen Kirchentag bliebe er ausgeschlossen.
Dabei sind die Probleme, die er benennt, längst gigantisch in ganz Europa. Deshalb dürfen wir nicht länger verharmlosend von Parallelgesellschaften sprechen; vielmehr sind es echte Gegengesellschaften, die hier entstehen und weiterwachsen. Sie wuchern längst in allen westlichen Ländern, ob Großbritannien, Belgien, Deutschland oder Niederlande. In Schweden und Dänemark haben das sogar die Sozialdemokraten kapiert, meine Damen und Herren.
Auch in Schweden eskalieren die Konflikte. In den USA eskalieren die Konflikte noch viel schlimmer, bilden sich Gegengesellschaften zwischen Schwarzen, Weißen, Latinos. Milizen und Gangs rüsten auf mit Kriegswaffen. Ein kleiner Funke genügt, und sofort brennen ganze Stadtteile und werden geplündert.
Was Macron offen anspricht, ist nicht mehr nur ein Kampf um Frankreich oder um Deutschland oder um die USA. Meine Damen und Herren, es ist ein Kampf um das Schicksal der ganzen westlichen Zivilisation, was sich hier abspielt vor unseren Augen.
Deshalb gehört die Zukunft nicht links-grünen Ideologen, die blind sind für die Unterschiede von Kulturen, die wegsehen, die „no borders“ und „one world“ schreien. Die Zukunft gehört nicht den Globalisten. Die Zukunft gehört den Patrioten!