Liebe Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen! Liebe Kollegen! Als ich mit 16 Jahren als Flüchtling aus der Tschechoslowakei nach Deutschland kam, passierte mir Folgendes: In der ersten Woche in der Schule kam ein Mitschüler auf mich zu und sagte: Petr, bitte entschuldige! – Da hab ich gesagt: Volker, was ist los? Hast du mein Fahrrad im Hof umgestoßen, oder was? – Er sagte: Nein, wegen dem Zweiten Weltkrieg.
Ich hab das überhaupt nicht verstanden. Ich habe es nicht verstanden.
Sie machen hier heute dasselbe: Sie wollen sich bei Menschen entschuldigen, die gar keine Entschuldigung erwarten.
Niemand erwartet von uns eine Entschuldigung, und niemand erwartet die Rückgabe von Kulturgütern. Das bestätigt der Autor Werner Bloch im Deutschlandfunk, der mit vielen afrikanischen Museumsexperten gesprochen hat. Ich zitiere: „Viele sind sehr kritisch gegenüber einer Rückgabe.“ Etliche lehnten sie sogar rundweg ab. Nicht nur Experten, auch viele afrikanische Regierungen sind gar nicht daran interessiert, die Gegenstände zurückzubekommen. Zitat: „Es findet sich dort oft wenig Interesse für Kulturpolitik.“
Da ist die Frage angebracht: Woher kommt denn überhaupt diese Diskussion? Die Antwort liefert ein schwarzer Ökonom, nämlich Thomas Sowell. Er sagt zu der aktuellen Antirassismusdiskussion: Es sind vor allem weiße Linke, die sich in Wahrheit nicht um das Wohlbefinden von schwarzen Menschen scheren. Sie sind lediglich daran interessiert, sich in der Öffentlichkeit als moralisch bessere Personen darzustellen.
Ich glaube, Frau Brugger, er hat Sie gemeint. Sie sind das beste Beispiel dafür, liebe Agnieszka.
Sie haben hier gerade ein kolossales Eigentor geschossen, indem Sie die Schandtaten von von Trotha als Ausdruck der deutschen Kolonialpolitik dargestellt haben, die auf Rassismus beruht habe. Aber genau das Gegenteil ist der Fall: von Trotha wurde im Deutschen Reich für sein Verhalten verurteilt. Man hat ein Verfahren gegen ihn eingeleitet, und das Massaker, das er angerichtet hat, wurde vom Deutschen Reich abgelehnt.
Ihre Herangehensweise ist gerade in der heutigen Debatte absolut fatal. Die Fraktion der AfD fordert daher eine differenzierte Aufarbeitung der deutschen Kolonialzeit, verbunden mit einer unabhängigen Betrachtung der Erinnerungskultur, ohne Beeinflussung von zeitgeistigen, sogenannten antirassistischen Bewegungen, sprich: linker Ideologien und Bewegungen wie #BlackLivesMatter.