Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! „Durch unsere Schuld, durch unsere Schuld, durch unsere große Schuld“ – das ist die Maxime grün-linker Gedächtnispolitik, wie wir sie heute wieder eindrucksvoll vorgeführt bekommen haben; die Antifa hätte es nicht besser sagen können. Es ist Ihr Verständnis von Geschichte, in der alle deutsche Staatlichkeit und Kultur konsequent auf das Dritte Reich und seine Verbrechen zuläuft;
„von Schelling zu Hitler“, wie der Stalinist Georg Lukacs schon in den 50er-Jahren schrieb. Über diesen geistigen Horizont sind Sie bis heute nicht hinausgekommen. Sie haben nur geschickt seine hegemoniale Herrschaft ins intellektuell hilflose bürgerliche Lager hinein ausdehnen können; das muss man Ihnen lassen.
Aber dieses undifferenzierte Schuldnarrativ in Bezug auf die gesamte deutsche Geschichte war damals schon falsch, und es bleibt heute genauso falsch.
Jetzt haben Sie die deutsche Kolonialzeit für die Erweiterung – wie Sie schreiben – Ihrer schuldbezogenen Gedächtnispolitik entdeckt, quasi als Vorstufe zum Holocaust. Ich zitiere aus Ihrem Antrag: „Diese Verbrechen wird Deutschland niemals ungeschehen oder auch wiedergutmachen können.“
Es geht Ihnen gar nicht um eine Versöhnung am Horizont, um einen Austritt aus dieser problematischen Geschichtsepoche – es geht Ihnen in Wahrheit auch nicht um die Menschen in diesen Ländern –: Sie wollen das kulturelle Erinnern quasi in einer traumatischen Endlosschleife festschreiben, um Ihre politisch interessierte Schuldbewirtschaftung bis in alle Ewigkeit fortführen zu können.
Originell ist das nicht.
Sie folgen dabei dem internationalen Trend des Postkolonialismus. Die postkoloniale Ideologie ist ein notdürftig wissenschaftlich drapierter Politaktivismus, der seinen Hass auf alles Europäische, Westliche, Weiße – es gibt allen Ernstes auch schon Critical Whiteness Studies – nicht einmal zu verbergen versucht.
– Hören Sie doch bitte mal zu! – Ich zitiere Frantz Fanon, einen Klassiker des Postkolonialismus
– bitte schön, hören Sie zu! –: „Die Dekolonisation ist immer ein Phänomen der Gewalt …“. Sie „lässt durch alle Poren glühende Kugeln und blutige Messer ahnen“. – Wir denken da vielleicht an aktuelle Ereignisse auf unseren Straßen, ja?
„Denn wenn die letzten die ersten sein sollen“ – schreibt er weiter –, „so kann das nur als Folge eines entscheidenden und tödlichen Zusammenstoßes der beiden Protagonisten geschehen.“
Jean-Paul Sartre sekundierte in atemberaubendem Zynismus:
Einen Europäer erschlagen, heißt zwei Fliegen auf einmal treffen … Was übrig bleibt, ist ein toter Mensch und ein freier Mensch.
Das war schon 1961 der europäische Selbsthass linker Prägung in Reinkultur, dessen Saat heute aufgeht im Form von solch giftigen Früchten wie Cancel Culture,
Denkmalstürze durch einen kulturlosen Mob und die offen gewalttätige Black-Lives-Matter-Bewegung – von Frau Brugger hier offen gelobt. Danke für diese Klarheit.
Diesen kulturrevolutionären Geist atmet auch Ihr Antrag. Eine zentrale Lern- und Erinnerungsstätte wollen Sie errichten, aber nicht um deutsche Kolonialgeschichte differenziert aufzuarbeiten – wie im Antrag der AfD sehr wohl gefordert, Herr Koob –,
sondern als Rahmen für die Anerkennung der deutschen Kolonialverbrechen. Was anderes soll den jungen Leuten dort eingetrichtert werden als Abscheu und Scham vor der eigenen Kultur und Wehrlosigkeit gegenüber den immer dreisteren Versuchen, diese bis auf die Grundmauern zu schleifen?
Dass die Postkolonialisten ohne die europäische Philosophie und Kultur gar nicht die Sprache und die Begriffe hätten, um auf dieselbe loszugehen, dieser Gedanke ist Ihnen wohl noch nie in den Sinn gekommen.
– Weil ich Sie jetzt schon wieder „Revisionismus“ schreien höre: Ganz im Gegenteil: Die AfD verteidigt die Tradition der Aufklärung, die Sie in Wahrheit längst verlassen haben.
Für uns sind alle Menschen mit der gleichen Vernunft begabt, und alle Argumente müssen sich vor dem Richterstuhl der Vernunft verantworten.
Eine von vornherein vorgenommene Abwertung deutscher, europäischer, weißer Sprecher, diese gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit, um Ihren Jargon zu borgen, machen wir nicht mit.
Ich komme zum Schluss.
Deshalb fordern wir bis auf Weiteres einen Stopp der Restitution von Sammlungsgütern aus kolonialen Kontexten; denn in diesem verhetzten kulturellen Klima stehen die Museen derzeit vor der Zumutung der Beweislastumkehr.