Mir ist das nicht aufgefallen.
Denn sie hat alle 13 deutschen Weinanbaugebiete genannt, wenn auch nicht alle namentlich. Wenn Sie der Meinung sind, Ihr Weinanbaugebiet ist etwas ganz Besonderes, dann bitte ich darum, dass Sie dem Parlamentarischen Weinforum einmal eine Kostprobe zur Verfügung stellen; dann können wir das auch gut beraten. – Danke schön.
Meine sehr verehrten Damen und Herren, was wäre, hätten wir solch einen Absatzrückgang in anderen Produktionsbereichen der deutschen Landwirtschaft, hätten wir diesen Absatzrückgang bei Milch, bei Fleisch oder in anderen Produktionsbereichen? Ich sage das gerade am heutigen Tag. Vielleicht können Sie sich daran erinnern, was voriges Jahr an diesem 26. November in Berlin los war: Tausende Traktoren auf der Straße. Aber die Winzer, sind sie zu bescheiden? Wie auch immer: Wir müssen hier wieder stärker vorankommen, wir müssen den deutschen Weinbau wieder auf gesunde Füße stellen und wirklich nach vorne schauen.
Mich hat ganz besonders beeindruckt: Bei unserem Fachgespräch, das wir im Ausschuss gehabt haben, hat jeder Verband seinen Beitrag geleistet. Aber ganz besonders beeindruckt hat mich die Vertreterin der Jungwinzer, Mara Walz, die gesagt hat: Wir wollen eine Zukunftsperspektive für den deutschen Wein; wir wollen eine Planungssicherheit für Generationen. – Das ist unser Auftrag heute. Das müssen wir bei diesem Weingesetz auch berücksichtigen, meine Damen und Herren.
Es gibt bei 13 Weinanbaugebieten, habe ich festgestellt, auch noch mehr als 13 Meinungen. Die Meinungsvielfalt in diesem Produktionsbereich ist wesentlich größer als in allen anderen Bereichen. Hier einen Kompromiss zu finden, ist schwierig. Aber wenn wir jedem Kompromiss nachgeben, wird es keine große Novelle. Deshalb ist der gefundene Gesetzentwurf auch der richtige. Ich bin überzeugt: Wir können vielleicht noch über ein oder zwei Jahre reden, was die Übergangszeiten anbelangt. Aber ich möchte schon daran erinnern: Wenn wir solch einen Rückgang beim Absatz haben und jetzt nicht handeln, dann ist der deutsche Wein in zehn, in zwanzig Jahren vielleicht zum Spottpreis von 99 Cent im Tetrapak beim Discounter im Angebot, aber er wird auf der Welt nicht mehr als Qualitätswein angesehen. Darum besteht hier jetzt Handlungsbedarf. Hier wurde schon lange die Grundlage gelegt, die Winzer haben schon lange darüber diskutiert, und jetzt müssen wir es angehen.
Meine sehr verehrten Damen und Herren, dieses Jahr, 2020, ist ein besonderes Jahr. Wir wissen alle: Corona hat uns alle geprägt. Es hat aber auch die jungen Menschen geprägt, die im Weinbau unterwegs sind, die auch den deutschen Wein nach außen tragen. Ich denke hier an unsere Weinhoheiten. Egal ob das meine Tauberzeller Weinprinzessin ist oder die Deutsche Weinkönigin, sie haben sich alle in ihrer Regentschaft auf die Weinfeste gefreut, auf die Veranstaltungen, auf die Verkostungen; sie wollten was Gutes tun für den deutschen Wein. Und sie haben diese Herausforderungen angenommen. Deshalb ein ganz, ganz herzliches Dankeschön an unsere Weinhoheiten: Sie haben das in den sozialen Medien ganz hervorragend gemacht. Das soll unser Auftrag, unser Vorbild sein!
Zum Schluss ein herzliches Dankeschön an die Mitglieder des Parlamentarischen Weinforums. Man kann vieles werden im Deutschen Bundestag – vielleicht auch Vizepräsidentin –; aber um Mitglied im Parlamentarischen Weinforum zu werden, da muss man gewisse Grundvoraussetzungen haben.