Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Die Welt durchleidet eine Jahrhundertpandemie. Alle blicken auf Wissenschaft und ihre Erkenntnisse. Und was hat die AfD beizutragen? Nichts! Nichts, außer Zerstörerisches.
Ihr Antrag ist ein Generalangriff auf Forschungsfreiheit. Wir schützen die Wissenschaft vor Ihren Attacken.
Sie haben Angst vor Wissenschaftsfreiheit; denn Forscherinnen und Forscher und Denkerinnen und Denker dekonstruieren die AfD als das, was Sie sind: Wissenschaftsfeinde und Antifeministen. Darum haben Sie Angst vor kritischem Denken.
Darum will die AfD die Klimaforschung auf null zusammenstreichen. Darum wollen Sie Geisteswissenschaften zertrümmern. Darum verklagen Sie Forschungsinstitute, deren Erkenntnisse Ihnen nicht passen. Jetzt soll die Axt mal wieder an die Genderforschung gelegt werden. Damit folgt die AfD – Trump spielt ja keine Rolle mehr – ihrem großen Vorbild Viktor Orban,
der mit seiner Missachtung der Grundrechte die EU lahmlegte. Wir sagen: So nicht!
Sie behaupten, es gebe über 200 Professuren der Geschlechterforschung in Deutschland. Ich sage nur: Schön wär’s! Die allermeisten dieser Professuren tragen „Geschlecht“ im Titel. In Wahrheit sind es Lehrstühle für Literaturwissenschaft, Medizin oder Rechtswissenschaft. Viele dieser Professuren sind in Wahrheit befristet oder gerade unbesetzt. Einige der von Ihnen attackierten deutschen Lehrstühle befinden sich in Wahrheit in Wien, Salzburg oder Basel. Kaufen Sie sich mal eine aktuelle Deutschlandkarte! Hören sie auf, das Plenum mit so einem Kokolores zu belasten!
Ihre Mission würde unserer exzellenten Forschungslandschaft massiv schaden. Mitten in der Pandemie wollen Sie Gesundheitsforschung stoppen, wenn diese Geschlechteraspekte untersucht.
Geht’s noch? Die Menschheit weiß, dass Krankheitssymptome und Nebenwirkungen von Medikamenten bei den Geschlechtern sehr unterschiedlich ausfallen können. Gute Wissenschaft muss hier biologische und soziale Faktoren untersuchen.
Die AfD-Fraktion wäre ein super Forschungsobjekt: Warum verharmlosen rechte Männerbünde die Coronapandemie? – Das beschäftigt uns doch alle.
Wir debattieren verstärkt, wer Sorgearbeit, Kinder- und Altenbetreuung leistet. Das sind vor allem Frauen, während Männer in der Chefetage unter sich bleiben. Genderforschung untersucht solche Themen und setzt sie auf die Agenda. Ihre Erkenntnisse machen Geschlechtergerechtigkeit besser möglich. Morgen mehr dazu unter #4genderstudies. Danke Gender Studies!
Wer ernsthaft über Geschlechterforschung sprechen mag, mit uns Grünen immer gerne! Unsere Wissenschaftssenatorin Katharina Fegebank hat beim Wissenschaftsrat angeregt, eine Strukturbegutachtung der Gender Studies durchzuführen.