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206. Sitzung
Donnerstag, 28. Januar 202119. Wahlperiode, 206. Sitzung
19 VermerkeReaktionswert: sehr hoch438 Wörter Zwischenfrage Im Protokoll lesen

Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Meine Damen und Herren! Zunächst begrüße ich mal den Wunsch nach einem bundeseinheitlich abgestimmten Vorgehen,

Ja, ich auch!

und ich begrüße auch, dass damit die gestern wiederholt vorgetragenen Plädoyers dafür wieder aufgegriffen werden.

Ich will an die gestern auch schon erwähnte Initiative des Landes Schleswig-Holstein erinnern:

Beifallbei der FDP
Zurufvon der FDP: Bravo!

Die Landesregierung Schleswig-Holsteins – unter Beteiligung der FDP, der Grünen und der Union –

schlägt vor, einen Perspektivplan für den Zeitraum ab 15. Februar bis April vorzulegen.

Also ist die MPK am Ende?

Der Bundesregierung vorzuwerfen, dass sie Pläne schmiedet, die sie mit den Ministerpräsidenten diskutieren will, und im Fall von Schleswig-Holstein zu sagen: „So ist es richtig“, das ist ein Widerspruch, den Sie erst mal auflösen müssten. – Erste Bemerkung.

Beifallbei der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten der SPD

Zweite Bemerkung. Fast alle Forderungen, die Sie hier vortragen,

Zurufder Abg. Dr. Marie-Agnes Strack-Zimmermann [FDP]

sind bereits heute im Infektionsschutzgesetz vorgesehen, und sie werden auch bereits heute, verehrte Kolleginnen und Kollegen von der FDP, in der Praxis gelebt,

Beifallbei der CDU/CSU

und zwar durch ein allseits bekanntes Gesetz, dem Sie Mitte November – ich will über die Gründe nicht spekulieren – nicht zustimmen wollten: dem dritten Bevölkerungsschutzgesetz. Jetzt lese ich in Ihrer Begründung – Zitat –:

Der Deutsche Bundestag, der als Gesetzgeber auch die Möglichkeit hätte, das Bundesrecht zu ändern

Beifallder Abg. Dr. Manuela Rottmann [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]

und selbst hierdurch die Maßnahmen der Pandemiebekämpfung zu vereinheitlichen …

Wenn das so ist,

Warum machen Sie es dann nicht?

dann nutzen Sie doch diese Möglichkeit!

Beifallbei der CDU/CSU, der SPD und dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Denn der Parlamentarismus würde doch damit gestärkt, wie Sie sagen, wenn Sie die Fehler, die die Koalition macht,

die die Ministerpräsidenten machen, hier konkret benennen würden und wenn Sie dann sagen würden:

Zurufder Abg. Dr. Marie-Agnes Strack-Zimmermann [FDP]

Das holen wir zurück, dem stimmen wir zu, und das beschließen wir anders. – Aber warum machen Sie das denn hier nicht?

Beifallbei der CDU/CSU und der SPD

Sie haben die Möglichkeit.

Stattdessen konzentrieren Sie sich nur auf Verfahrensfragen.

Verfahrensfragen sind wichtig; aber diese Verfahrensfragen dürfen doch nicht dazu führen,

Zurufder Abg. Dr. Marie-Agnes Strack-Zimmermann [FDP]

dass in der Bevölkerung der Eindruck entstehen muss, als wäre eine totale Uneinheitlichkeit da und als gäbe es keinen Diskurs, der vernünftig ist.

Beifallder Abg. Karin Maag [CDU/CSU]

Und natürlich: Ich bin sehr dafür, dass wir die Parlamentsrechte stärken. Ich bin sehr dafür, dass wir in dieser Woche, ich glaube, 435 Minuten lang hier im Parlament über mit Covid zusammenhängende Sachverhalte diskutieren.

Fast acht Stunden!

Ich bin sehr dafür, dass wir das stärker nach außen tragen. Aber ich kann doch, wenn ich 435 Minuten Parlamentszeit für die Covid-Debatten verwende, nicht sagen: „Es ist schlecht“, wenn sich dann auch mal die Bundeskanzlerin und die Ministerpräsidenten in dieser Ministerpräsidentenkonferenz verständigen.

Was wir brauchen, ist natürlich Kohärenz im Vorgehen. Und das, was wir heute liefern, ist leider Gottes – leider Gottes! – zu einem großen Teil nicht das Bemühen um Kohärenz, sondern vermittelt zu einem großen Teil den Eindruck, als ob die Zerstrittenheit und die Profilierung der einzelnen Oppositionsparteien im Vordergrund stehen sollten und müssten.

Beifallbei Abgeordneten der CDU/CSU
Zurufvon der FDP: Nur Mut!

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