Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Der Antrag der Grünen klingt einfach und logisch: Was bei uns nicht verwendet werden darf, soll auch nicht exportiert werden. – Das ist sehr pauschal. Der Satz wäre völlig richtig, wenn es gleiche Voraussetzungen gäbe, aber die gibt es nicht. Die Ausgangslage ist – erstens – völlig verschieden, die phytosanitären Voraussetzungen sind einfach andere: Sie haben im Globalen Süden ganz andere Insekten, Pilze, Bakterien, Viren, die sich auch schnell anpassen; es sind weit virulentere Schadorganismen, als wir sie kennen. Die gab es übrigens bei uns auch einmal: Es gab den Maikäfer, es gab den Kartoffelkäfer – die gibt es heute nicht mehr. Das sind ganz große Schädlinge, die bei uns gar nicht mehr bekämpft werden. Deshalb haben wir natürlich eine etwas luxuriösere Lage. Zweitens: die fehlende Logistik. Bei den modernen Pflanzenschutzmitteln müssen Sie ganz präzise, an einem bestimmten Tag diese Mittel ausbringen. Das können Sie im Globalen Süden nicht garantieren. Drittens. Es ist auch eine Frage des Geldes: Die modernen Pflanzenschutzmittel kosten ein Vielfaches dessen, was die alten Pflanzenschutzmittel kosten. – Insofern sind die Voraussetzungen einfach andere.
Das Exportverbot, das Sie fordern, würde den Globalen Süden auch in eine prekäre Situation bringen, und da müssen Sie sich schon fragen: Wie wollen Sie die bekämpfen? Der Maisheerwurm frisst ein Drittel der Maisernte in Afrika. Wenn Sie da keine Pflanzenschutzmittel haben, was tun Sie? Gentechnik wollen die Grünen auch nicht. Was tun Sie, wollen Sie die Leute verhungern lassen?