Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Eigentlich ist es viel zu spät, erst heute über Sport, Sportstätten, Breitensport in der Pandemie zu sprechen. Es zeigt sich hier genau wie in der Bildung, dass die Länder und die Bundesregierung die Bedeutung des Sports für Körper und für Geist für uns alle komplett falsch eingeschätzt haben. Es muss doch alles getan werden, um die Breitensportlandschaft gerade jetzt in der Pandemie tatkräftig zu unterstützen und um den Breitensport auch für die Zeit nach der Pandemie zu erhalten.
Die größeren Sportvereine in der Fläche sind doch längst ins Straucheln geraten und kommen wegen Mitgliederschwund und nicht bezahlbarer Fixkosten längst an ihre Grenzen. Teilweise habe ich den Eindruck, dass der Breitensport, aber manchmal auch der Spitzensport, ein bisschen ein Nischendasein in unserer Politik einnimmt. Pokale, meine Damen und Herren, werden von Ihnen allen, von allen Politikern im Wahlkreis immer ganz gerne überreicht; aber Investitionen in Sportinfrastrukturen wie Hallenbäder, Schulsporthallen, die ja auch von unseren Vereinen genutzt werden, bleiben in dem notwendigen Umfang aus.
Ich erinnere an die Petition der DLRG, die sich für die verfallenen Hallenbäder starkgemacht hat. Hunderte von Kindern, meine Damen und Herren, können heute nicht mehr schwimmen. Das ist eine Katastrophe! Ich erinnere auch – Ebse Gienger, du weißt es – an die in Vergessenheit geratenen vereinseigenen Sportstätten. Diese Vereine haben sich im Freiburger Kreis organisiert, und sie erfahren keinerlei öffentliche Unterstützung bei Instandhaltung und Modernisierung, und seien es auch nur günstige Kredite.
Breitensport, meine Damen und Herren, so habe ich manchmal den Eindruck, wird auf Sparflamme betrieben, anstatt die starke Bedeutung für die geistige und auch körperliche Gesundheit zu erkennen und den Sport entsprechend umfangreich zu unterstützen. Umso enttäuschender ist es, dass die bisher angebotenen Hilfen für den Sport in der Pandemie bei Weitem nicht ausreichend waren. Wir Freie Demokraten haben bereits im Dezember 2020 – das wissen auch die Damen und Herren von der GroKo im Sportausschuss – vier Handlungsbereiche aufgezeigt, die jetzt im Verlauf der Pandemie endlich kontinuierlich verfolgt werden müssten.
Wir benötigen – das wissen Sie alle – ein kurzfristiges Handeln des Bundes zusammen mit Ländern und Kommunen, um den Breitensport finanziell nicht im Regen stehen zu lassen.
Wir brauchen die Förderung der Vereine bei Schaffung und Ausbau von digitalen Angeboten; hierzu gehört auch E-Sport. Im Moment sind ja auch kontaktlose Sportarten möglich.
Dann muss der Goldene Plan der Sportstättensanierung mehr Geld erhalten und an die neuen Herausforderungen angepasst werden.
Wir benötigen auch ganz klar umrissene Forschungsaufträge zur Identifikation von Covid-19-Infektionsketten. Kinder und Jugendliche, meine Damen und Herren, sind doch die Verlierer der Pandemie; Eberhard, du hast es gesagt. Es braucht verstärkte Anstrengungen, um Bewegungsangebote zu machen, dort, wo Kinder und Jugendliche sind: Kitas, Schulen, Sportvereine und kommunale Jugendpflege. Dazu haben wir diese Woche auch wieder einen Antrag eingebracht. Meine Damen und Herren, wir müssen den Sport differenziert betrachten: –