Sehr geehrter Herr Präsident! Den Namen Helmut Kohl verbinden wohl die meisten Bürger mit der deutschen Wiedervereinigung, vielleicht auch mit seinem Einsatz für die sogenannte europäische Integration. Er und François Mitterrand verhandelten 1992 den Vertrag von Maastricht, womit der Grundstein zur heutigen EU und auch dem dysfunktionalen Euro gelegt wurde. Sicherlich, das alles sind politische Projekte, die Helmut Kohl zu Recht zu einer Person der Zeitgeschichte gemacht haben.
Ich selbst denke bei dem Namen Helmut Kohl zuerst an seinen Aufruf zur geistig-moralischen Wende 1981 und 1982. Er erkannte schon damals in verdienstvoller Weise die verheerende Entwicklung für unsere Gesellschaft, ausgelöst durch die neo- und kulturmarxistisch ideologisierten 68er, die Apologeten der Frankfurter Schule, ihren Marsch durch die Institutionen, die Behörden, Schulen, Hochschulen, Kirchen, Gerichtssäle, Medien, Sozialinstitutionen usw. Er hat all dies richtig erkannt. Nur leider hat er in der politischen Realität gar nichts gemacht. Er hat diese unheilvolle Entwicklung nicht bekämpft, sondern alles einfach weiterlaufen lassen.
Ich würde mir wünschen, dass eine solche zu errichtende Stiftung sich mit einem historischen, kulturellen und politischen Dimensionsabgleich beschäftigt, der die Unterlassung des Kampfes gegen den linken Zeitgeist, gegen die linke Ideologie untersucht. Was ist es denn, was uns heute vom politischen Lebenswerk Helmut Kohls bleibt? Ich zähle auf:
Erstens: eine zentralistische EU mit dem zunehmenden Charakter einer Kooperokratie, also einer funktionalen Beutegemeinschaft, bestehend aus Politik, Big Data, Big Tech, Big Money, Big Business, die unseren nationalen unternehmerischen Mittelstand und unsere gesellschaftliche Mittelschicht zunehmend zerstört.
Zweitens: eine EU, in der Verträge ignoriert und gebrochen werden, eine EU, die Schulden machen will und diese Schulden dann vergemeinschaften wird, eine Bundesrepublik Deutschland, die den sozialistischen Unrechtsstaat DDR nicht gründlich aufgearbeitet hat.
Drittens: die maßgeblichen Akteure nicht benannt und nicht abgestraft hat, sondern diesen sogar Zugang und Einlass in unsere bestehenden Organisationsstrukturen gestattet hat. So konnten und können diese – heute auch mit Frau Merkels Segen – ihr toxisches marxistisches Wirken in Politik, Wirtschaft, Institutionen und NGOs fortsetzen und unsere bürgerliche Gesellschaft agitieren und diese zersetzen.
Viertens: eine CDU, die endlich das C aus ihrem Namen streichen sollte – Schluss mit dieser Irreführung der Bürger, –
eine CDU, die sich stattdessen der neuen Zeitgeistreligion der Linken, Grünen, linkischen Moralibans verbunden fühlt und sich mit den hier vertretenen ökosozialistischen Parteien zur Neuen Einheitspartei Deutschlands, der NED, zusammengefunden hat – NED, nicht SED.
Wenn die geplante Stiftung all dies aufarbeiten würde, dann könnten wir als AfD-Fraktion sogar zustimmen. Aber den Antragstellern geht es ja um etwas ganz anderes. Sie wollen jetzt, wo es gerade noch geht, eine Reihe weiterer Versorgungspöstchen auf Staatskosten einrichten. Kann ich ja auch verstehen; denn bereits in nächster Zukunft werden sehr viele staatsalimentierte Mandate in unserem wildwuchernden Verwaltungsstaat abhandengekommen sein.
Die Democracia-Christianisierung lässt grüßen!
Ich schließe mit einem Zitat von Gottfried Benn: „Denn vor jeder Selbstzerstörung steht die große Selbstbetörung.“ – Friede seiner und eurer Asche.