Nein, erlaube ich nicht. – Leider liegen momentan nur zwei Gesetzentwürfe vor: einer von uns Freien Demokraten und einer von den Grünen. Sie unterscheiden sich durch ganz wenige rechtliche Details und haben doch ganz, ganz viele Gemeinsamkeiten. Denn gemeinsam wollen wir die geschlechtliche Selbstbestimmung trans- und intergeschlechtlicher Menschen in Deutschland stärken – mit einer Abschaffung des Transsexuellengesetzes einerseits, aber andererseits auch mit einem Ausbau der Aufklärungs- und Beratungsangebote, mit einer Sicherung der medizinischen Versorgung und mit einem Schutz vor ungewollten Outings, beispielsweise durch öffentliche Behörden.
Ich weiß, dass heute auch viele transgeschlechtliche Jugendliche und ihre Familien dieser Debatte folgen, weil es in Deutschland vermutlich kaum ein anderes Gesetz gibt, das ihre persönliche Lebenssituation so stark beeinflusst und beeinträchtigt. Deshalb ist die Entscheidung, die wir heute treffen, so wichtig.
In ihrem Alltag haben sie ohnehin schon viele Probleme: Was sagen die Nachbarn? Kann ich mich in der Schule outen? Dazu kommen die verbalen und körperlichen Übergriffe in vielen deutschen Großstädten, die gesellschaftliche Stigmatisierung, auch die vielen Hasstiraden und auch die Verschwörungstheorien – wir haben eben eine Kostprobe bekommen –, die wir immer wieder hören. – Diese Probleme werden wir heute im Deutschen Bundestag nicht alle lösen. Aber wir können gemeinsam sicherstellen, dass die Bundesrepublik Deutschland ihre trans- und intergeschlechtlichen Bürger/-innen endlich so akzeptiert und respektiert, wie sie sind: mit ihrem Geschlecht und ihrer Selbstbestimmung.
Liebe Union und auch liebe SPD, enttäuschen Sie diese Menschen nicht.