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234. Sitzung
Freitag, 11. Juni 202119. Wahlperiode, 234. SitzungDrucksache 19/30514
10 VermerkeReaktionswert: lebhaft453 Wörter Im Protokoll lesen

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Sehr geehrte Damen und Herren! „Wir haben uns ja wirklich bemüht, aber trotz aller Anstrengungen konnten wir leider keine passende Bewerberin finden.“ „Wir würden ja gerne mehr Frauen in unsere Führungsetage holen; aber leider gibt es nicht ausreichend qualifizierte Bewerberinnen, deren Profile auf diese Stellen passen.“ – Ich glaube, das sind Sätze, die wir jetzt viel zu oft und viel zu lange gehört haben, und ich hoffe, dass damit endlich Schluss ist. Die Zeit der Ausreden ist vorbei.

Beifallbei der CDU/CSU

Denn – auch wenn es immer wieder behauptet wird –: Es gibt sie, die qualifizierten, motivierten, engagierten Frauen, die gerne in Spitzenpositionen wollen und die da auch hingehören; es gibt sie. Man muss sie nur suchen, fördern, aufbauen.

Beifallbei Abgeordneten der CDU/CSU, der SPD und des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN

Vor einigen Jahren haben wir den ersten Schritt gemacht mit dem Führungspositionen-Gesetz I. In einem Rechtsstaat hat im Rahmen der Verhältnismäßigkeit den Vorrang aber immer erst das mildere Mittel, wenn es geeignet ist. So haben wir uns darauf eingelassen und haben den Unternehmen vertraut, dass man es freiwillig hinkriegt.

Wir nehmen Rücksicht auf die Unternehmen – immer wieder –, weil auch sie eine Grundrechtsposition haben. Aber wir haben auch den Auftrag aus der Verfassung, auf die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung hinzuwirken, und leider hat dieser freiwillige Weg nicht geklappt.

Beifallbei Abgeordneten der SPD

Besonders ärgerlich ist immer wieder dieser hohe Anteil an Quote null. Nur Männer sagen: Nur Männer sind immer der qualifiziertere Weg; wir geben uns eine Quote null. – Deutlicher kann es nicht sein, dass es eine gläserne Decke gibt. Deshalb diese Durchbrechung.

Beifallbei Abgeordneten der CDU/CSU und der SPD

Es ist eine Durchbrechung, die dem einen nicht weit genug, dem anderen viel zu weit geht.

Ich habe nicht mehr viel Zeit; ich habe leider immer als letzte Rednerin der CSU sozusagen die „Arschkarte“ gezogen. Aber ich möchte diese Ausdrücke nicht stehen lassen. Ich möchte hier nicht stehen lassen, dass man sagt: Und Unternehmen verpflichten untaugliches Personal. – Ich verstehe nicht, dass sich die Frauen nicht massenhaft unglaublich beleidigt fühlen von solch einem Ausdruck. Das ist eine Frechheit!

Beifallbei der CDU/CSU, der SPD und dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie bei Abgeordneten der FDP

„Untaugliches Personal“! Die Unternehmen können Ihre eigenen Frauen fördern und qualifizieren. Frauen sind nicht „untaugliches Personal“.

Beifallbei der CDU/CSU, der SPD, der FDP und dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie bei Abgeordneten der LINKEN
Zurufdes Abg. Dr. Götz Frömming [AfD]

Ein weiterer Ausdruck: die Frau als Quotenfrau abstempeln. – Sie stempeln Frauen als Quotenfrau ab, Sie stempeln Ministerinnen als Quotenministerinnen ab.

Beifallbei Abgeordneten der CDU/CSU, der SPD, der LINKEN und des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN

Wir brauchen Frauen. Die machen ihren Job, und die machen ihn gut, und die bewähren sich in ihrem Job

Immer noch Quote!

und dürfen nicht abgestempelt werden als Quotenfrau.

Beifallbei der CDU/CSU, der SPD und dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie bei Abgeordneten der FDP und der LINKEN

Man kann eine andere Meinung haben zur Quote, das kann man – wenn für einen die Wirtschaft an erster Stelle steht und es einem nicht um einen Ausgleich zwischen den verschiedenen Verfassungsgütern geht. Aber man sollte Frauen nicht dermaßen abstempeln. Das fand ich schrecklich. Es hat mich zutiefst getroffen in einer der letzten ganz, ganz wichtigen Debatten in diesem Hause in dieser Legislaturperiode.

Schönen Tag.

Beifallbei der CDU/CSU und der SPD sowie bei Abgeordneten der FDP und des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN

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