Sehr geehrter Herr Präsident! Frau Ministerin! Werte Kollegen! Die Vorhaben der Ministerin sowie alle vorliegenden Anträge eint der unbedingte Wille, jungen Menschen eine Perspektive zu eröffnen, niemanden zurückzulassen. Das ist gut, und das ist wichtig. Das gemeinsame Ziel aller Fraktionen ist unstrittig: eine möglichst große Zahl von Jugendlichen erfolgreich in Ausbildungen zu bringen und dort auch zu halten, damit sie Berufe lernen, die sie als Berufung leben können. Außerdem geht es darum, viele Betriebe und Unternehmen kurz-, mittel- und langfristig mit den dringend benötigten Fachkräften auszustatten.
Aber – und ja, es kommt ein Aber – insgesamt kommen alle diese Maßnahmen zu spät, und sie greifen zu kurz. Wir leisten uns eine große Vielzahl von Abiturienten, die zu einer Vielzahl von Studienabbrechern führt, weil die Hochschulreife unterm Strich keine mehr ist.
Wir von der AfD halten die herrschende, schlagseitig abiturbetonende Bildungspolitik für einen sehr teuren Umweg in Ausbildungen.
Das muss zum Wohle aller schleunigst umgesteuert werden. Die Ministerin hat es gesagt: Deutschland benötigt wieder mehr Meister statt Master.
Wir leisten uns außerdem eine Mittlere Reife, die mit dem Abschluss von vor 20 Jahren, außer dem Namen, rein gar nichts mehr gemein hat.
Unser derzeitiges ideologiebeseeltes Schulsystem mit dem „Eine Schule für alle“-Fimmel, der Inklusion um jeden Preis
und der zunehmend wissensfreien Kompetenzorientierung fährt unsere Bildungsnation laut krachend an die Wand.
Ich überzeichne jetzt vielleicht ein bisschen, aber nicht viel.
Die Ursache allen Übels beginnt bereits in der Grundschule, wo Schüler mancherorts flächendeckend frei von Deutschkenntnissen in „Schulen mit Courage“ im Kampf gegen rechts geschult werden und besser wissen, warum die Franzosen bloß nicht den Front National wählen dürfen, als dass sie später sinnerfassend lesen können. Und wenn Schüler eine der „glücklichen“ Schulen mit bereits implementierter Erziehung zur sogenannten „Sexualität der Vielfalt“ besuchen dürfen, dann ist sichergestellt, dass sie am Ende der vierten Klasse besser Kondome über Gummipenisse rollen können als das große und kleine Einmaleins. Schande!
Meine Damen und Herren, unser Bildungssystem war noch nie so ungerecht wie heute und noch nie so zukunftsuntauglich.
Motivation, Fleiß, Leistungsbereitschaft und Disziplin sind Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Wissensvermittlung.
Schleichendes und kultursensibles Dulden ständiger Extrawürste, Schulverweigerung, Null-Bock-Mentalität, Disziplinlosigkeit, Mobbing und Gewalt in der Schule hingegen sind Garanten für die Produktion von Schulabbrechern.
Beinahe jeder 17. Schüler verlässt die Schule ganz ohne Abschluss. Laut Chancenspiegel 2017 der Bertelsmann-Stiftung sind besonders Jugendliche aus benachteiligten Familien, sehr häufig mit ausländischem Pass oder Migrationshintergrund, betroffen. Mensch, da bringen dann auch die kostenaufwendigen Maßnahmen zur Integration, Ausbildungsplatzgarantien und Exzellenzinitiativen nichts mehr, und die Betroffenen leben auf Kosten der Allgemeinheit mit einem sehr viel höheren Risiko für Arbeitslosigkeit und Kriminalität.
Solange der schulische Unterbau nicht stimmt, sind Ihre Vorschläge mehrheitlich vor allem teuer und absehbar unwirksam.
Lassen Sie uns also in einer gemeinsamen Kraftanstrengung aller Parteien im Bund und in den Ländern unser Schulsystem endlich wieder vom Kopf auf die Füße stellen
und somit den Grundstein legen für Ihre zum Teil grundsätzlich diskussionswürdigen Ideen zur beruflichen Bildung.
Vielen Dank.