Herr Präsident! Verehrte Kolleginnen und Kollegen! Der Kollege Andreas Nick hat es gerade erwähnt: 119 Soldatinnen und Soldaten sind im Moment bei UNIFIL im Einsatz. Man kann sich die Frage stellen: Lohnt sich so ein Kleineinsatz überhaupt? In Afghanistan und in Mali haben wir jeweils mehr als zehnmal so viele Soldatinnen und Soldaten im Einsatz. Ich meine: Ja. UNIFIL ist zwar ein kleiner Einsatz, aber ein Einsatz mit einer großen Wirkung. Weil Bilder manchmal mehr sagen als tausend Worte, habe ich Ihnen einmal zwei Bilder, die ich heute zufällig gefunden habe und die die praktische Wirkung des Einsatzes von UNIFIL zeigen, mitgebracht.
Das erste Bild zeigt einen relativ schmucklosen Computerraum, vorne ein deutscher Soldat, dahinter libanesische Soldaten in mehreren Reihen vor großen Computerbildschirmen. Dieser Schulungsraum ist an der Marineschule in Jounieh. Die Kadetten lernen dort an einem Navigationssimulator das richtige Verhalten an Bord. Sie werden angeleitet von einem deutschen Ausbilder.
Das zweite Bild, das ich Ihnen mitgebracht habe, zeigt zwei deutsche Soldaten in einem kleinen, sehr engen Maschinenraum eines etwas älteren Bootes. Dieses Boot war früher bekannt unter dem Namen „Bergen“. Es fuhr bis 2008 auf der Ostsee als Wachboot. Seit 2008 hat es ein zweites Leben, einen neuen Auftrag und einen arabischen Namen. Es heißt jetzt „Tabarja“ und überwacht die libanesischen Hoheitsgewässer. Unsere Soldaten übernehmen dort Wartungsarbeiten. Sie haben vor kurzem das Schiff generalüberholt, es wieder flottgemacht, und so ist es im Moment auch unterwegs. Kleine Maßnahmen, große Wirkung.
Meine Damen und Herren, wir haben aber im Moment auch ein großes Schiff im Einsatz, nämlich die Korvette „Braunschweig“. Sie übernimmt die Seeraumüberwachung und leistet damit einen Beitrag zur Bekämpfung des Waffenschmuggels. Was heißt das konkret? Die Besatzung schaut sich auf dem Radar und über Funk die verschiedenen Schiffsbewegungen an – seit dem Beginn des Einsatzes wurden übrigens 80 000 Schiffe auf diese Art und Weise kontrolliert –, und wenn ihr etwas verdächtig vorkommt, dann gibt sie es an die libanesischen Behörden weiter. Diese entscheiden dann, ob sie eine Inspektion durchführen oder nicht. Seit Beginn des Einsatzes wurden ungefähr 10 000 solcher Meldungen an die Libanesen weitergegeben. Damit sie dann auch richtig inspizieren können, ist einer unserer Schwerpunkte neben der Bereitstellung des Schiffes, wie eben auf den Bildern gesehen, die Ausbildung der libanesischen Küstenwache. Das geschieht durch die Ausbilder, das geschieht durch Simulatoren, das geschieht aber zum Beispiel auch durch Ausrüstungsmaßnahmen. Wir haben dort Radargeräte finanziert, wir haben Elektronikwerkstätten eingerichtet usw., alles für das eine große Ziel, nämlich eine schlagkräftige, kompakte libanesische Marine aufzubauen, die in der Lage ist, selber die Küste vor Ort, vor ihrem Hoheitsgebiet, zu überwachen. Meine Damen und Herren, das ist wichtig, weil der Libanon ein kleines Land ist, aber einen großen Konflikt, den zwischen ihm und Syrien, direkt vor seiner Haustür hat. UNIFIL ist in dieser Region der zentrale Stabilitätsanker.
UNIFIL kann in dieser Region den Unterschied machen. Der Unterschied ist in dem Fall der Unterschied zwischen Krieg und Frieden. Wir leisten dazu einen kleinen Beitrag, im Moment mit 119 Soldatinnen und Soldaten. Wir sollten diesen Beitrag weiter leisten. Ich bitte Sie um Zustimmung zu diesem Mandat.
Herzlichen Dank für die Aufmerksamkeit.
Wir kommen zur Abstimmung über die Beschlussempfehlung des Auswärtigen Ausschusses zu dem Antrag der Bundesregierung zur Fortsetzung der Beteiligung bewaffneter deutscher Streitkräfte an der „United Nations Interim Force in Lebanon“ (UNIFIL). Der Ausschuss empfiehlt in seiner Beschlussempfehlung auf Drucksache 19/2669, den Antrag der Bundesregierung auf Drucksache 19/2383 anzunehmen.
Wir stimmen nun über die Beschlussempfehlung namentlich ab. Ich bitte die Schriftführerinnen und Schriftführer, die vorgesehenen Plätze einzunehmen. – Sind die Plätze an den Urnen besetzt? – Es fehlt noch ein Schriftführer der Opposition auf der rechten Seite. Sind die Urnen an der Lobby besetzt? – Das ist der Fall. Dann eröffne ich die Abstimmung über die Beschlussempfehlung.
Dann frage ich: Gibt es noch ein Mitglied des Hauses, das seine Stimme noch nicht abgegeben hat? – Ich sehe jetzt, dass überall keine Aktivität mehr ist. Dann schließe ich jetzt die Abstimmung und bitte die Schriftführerinnen und Schriftführer, mit der Auszählung zu beginnen. Wir werden das Ergebnis der Abstimmung später mitteilen.1Ergebnis Seite 3831 C
Ich bitte diejenigen, die ihre Abstimmungsarbeit getan haben, jetzt ihre Plätze einzunehmen, die Gespräche zu beenden oder vor der Tür fortzusetzen.