Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren! Gestern gab es ja lautstarke Tumulte, als ich ein paar Analogien in den Mittelpunkt meiner Rede stellte. Heute lass ich es etwas ruhiger angehen;
aber nicht deshalb, weil ich zwischenzeitlich zahmer geworden bin, sondern weil der vorliegende Antrag im Großen und Ganzen unseren Einstellungen entspricht.
Als konservative Partei tritt die AfD ein für den Erhalt der natürlichen Lebensgrundlagen unserer Gesellschaft bei gleichzeitiger Berücksichtigung technischer, wirtschaftlicher Anforderungen der Entwicklung Deutschlands, aber auch weltweit. Umweltpolitische Konzepte der AfD stellen unsere menschliche Gesellschaft in den Mittelpunkt, ohne aber die Abhängigkeit menschlicher Gemeinschaften von intakten natürlichen Kreisläufen zu vernachlässigen. AfD-Umweltpolitik folgt der Erkenntnis, dass das gegenwärtige wirtschaftliche Wachstum und die enorm steigende Bevölkerungsdichte in der Welt unweigerlich an den rasant wachsenden Verbrauch natürlicher Ressourcen gebunden sind. Ohne ideologische Scheuklappen suchen wir Wege, natürliche Ressourcen nachhaltig zu nutzen.
Eine der wichtigsten Ressourcen unseres Planeten stellen die Ozeane in ihrer Gesamtheit dar. Die Ozeane sind komplexe Ökosysteme, Wasserspeicher, Klimaregulator und Lebensraum von Tausenden Lebensformen. Sie sind aber auch Transportweg, Rohstoff, Lagerstätte und Nahrungsmittellieferant für Milliarden von Menschen. Die weltweite Fischerei fängt pro Jahr 140 Millionen Tonnen Fisch, also durchschnittlich 20 Kilogramm je Mensch. In weiten Bereichen wie dem Mittelmeer, in Skandinavien, vor der südamerikanischen Westküste und im Chinesischen Meer sind einst reiche Fischbestände stark reduziert worden. Die riesigen Fischfangflotten und die industrielle Verarbeitung auf See erzeugen einen Druck auf die Fischbestände, dem die Regenerationsfähigkeit vieler Arten nicht gewachsen ist. Viele dieser Bestände brauchen dringend Erholung von der übermäßigen Nutzung.
Fangquoten sind hilfreich bei der Schonung von geschwächten Beständen. Dorsch und Hering haben sich zum Beispiel nach deutlicher Überfischung in den 70er-, 80er- und 90er-Jahren des letzten Jahrhunderts in vielen Gebieten wieder erholt. Die Erholungsphase dauerte teilweise sehr lange, zum Beispiel bei den Heringsbeständen vor Norwegen circa 20 Jahre. Bei einigen Arten sind länger anhaltende strikte Fangverbote notwendig. Je gefährdeter eine Art ist, umso länger müssen die Fangverbote rigoros durchgesetzt werden. An den sich langsam erholenden Walbeständen wird das deutlich. Leider werden häufig Fangquoten und -verbote mehr oder weniger ignoriert bzw. halblegal unterlaufen.
Die ständig steigende Nachfrage der wachsenden Weltbevölkerung nach proteinhaltiger Nahrung und die Minderung der Erträge in den traditionellen Fanggebieten lenken immer mehr Fangflotten in bisher nicht bewirtschaftete Meeresregionen, zum Beispiel in die Antarktis. Dazu gehören zum Beispiel die Gebiete um das antarktische Festland. Die reichen Krill- und Fischbestände locken, die Absatzmärkte wachsen. Ökologische Belange, aber auch Ziele nachhaltiger Bewirtschaftung dürften für Fischfangflotten insbesondere aus sich stark entwickelnden Volkswirtschaften nachrangig sein.
Neben dem Zweck, die biologische Artenvielfalt und einzigartige Ökosysteme zu erhalten, ist auch aus diesem Grund die Einrichtung weitflächiger Gebiete, in denen zu stark befischte bzw. bejagte Populationen geschützt sind und sich regenerieren können, anzustreben. Daher unterstützt die AfD-Fraktion die Forderung der Einrichtung eines Schutzgebietes im Weddellmeer.
Beim Lesen der weiteren Ziele fiel mir die Mahnung des Kollegen Koeppen vom gestrigen Tag ein, der anmahnte, sich realistische Ziele und einen realistischen Erfüllungsrahmen zu setzen. Mit der Ausweisung von Meeresschutzgebieten ist es aber nicht getan. Ein großes Problem – Sie sprachen es an – ist die Vermüllung. Ein großer Schritt, um die Vermüllung der Meere zu stoppen, wäre aus unserer Sicht, die Länder, die den größten Plastikeintrag in die Meere verursachen, dabei zu unterstützen, eine funktionierende Müllentsorgung und eine Recyclinginfrastruktur aufzubauen. Geld genug ist da. Das Geld müsste nur aus den auch durch Deutschland und die EU geförderten sinnlosen Klimaschutzmaßnahmen in diesen Ländern in die gerade genannten Projekte umgeleitet werden. Das wäre ein wirklicher Schutz der Umwelt.
Trotz der kleinen Mängel im Antrag werden wir diesem zustimmen.
Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit und ein schönes Wochenende.