Sehr geehrte Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wir haben jetzt nach einem manchmal doch recht kontroversen und hektischen Tag eine sehr versöhnliche Stimmung bei uns im Parlament. Das freut mich natürlich umso mehr. Auch mein Dank gilt zuallererst der Kollegin Lemke, die es nicht nur geschafft hat, uns alle zusammenzuholen,
sondern auch, immer im Blick zu behalten, was die Grundlage dieses Antrages ist, nämlich die nachhaltigen Entwicklungsziele der Vereinten Nationen, die nicht nur den Schutz, sondern auch die nachhaltige Nutzung unserer Meere in den Mittelpunkt stellen.
Ich glaube, so ist es uns auch gelungen, einen Antrag zu entwickeln, der aufzeigt, dass uns schon bewusst ist, dass wir auf dieser Welt etwas tun müssen, dass es Gebiete gibt, die besonders sensibel sind und die wir unter Schutz stellen müssen, dass wir aber genauso im Blick behalten müssen, dass es notwendig ist, alles dafür zu tun, eine nachhaltige Nutzung der Meere zu ermöglichen, und darauf möchte ich noch einmal eingehen.
Die Kollegen Träger und von Abercron haben das Wedellmeer ja schon ein bisschen vorgestellt und einen kleinen Vorgeschmack darauf gegeben, was da los ist. Ich glaube, der Kollege Träger war es, der schon gesagt hat: Die Kontrolle ist ein besonders wichtiger Punkt der Unterschutzstellung; darauf möchte auch ich hinweisen. Dafür braucht es nämlich Technologien, und zwar immer bessere Technologien. Deshalb sollten wir in Deutschland nicht nachlassen, in der Meeresforschung weiterhin weltweit führend zu bleiben.
Die „Polarstern“ ist vom Kollegen gerade angesprochen worden. Mein Gott, das Schiff wurde 1982 gebaut. Ganz ehrlich: Noch ist jeder einigermaßen zufrieden damit. Aber nach so langer Zeit wird es nötig – auch für unsere Forscherinnen und Forscher vom Alfred-Wegener-Institut –, über einen Neubau nachzudenken. Dieser – viele von Ihnen wissen das sicherlich – lässt seit 2011 auf sich warten. Vor daher: Die Grundlagen dafür, dass wir diesen Antrag heute miteinander besprechen können, sind Forschungsergebnisse, die unsere qualitativ hochwertige Forschung in Deutschland geliefert hat.
Die Forscher zu unterstützen, ist bitter notwendig. Ich hoffe, dass wir genauso interfraktionell darauf hinarbeiten, Forschung und Entwicklung in Deutschland voranzutreiben. Es ist zum Schutz sensibler Gebiete notwendig, diese zu erforschen. Wir wüssten wahrscheinlich gar nicht, dass da 14 000 Tiere und viel mehr lebten, wenn es unsere Forscher nicht gäbe. Genauso müssen wir darauf hinwirken, dass wir in Zukunft eine nachhaltige Nutzung der Meere sicherstellen, indem wir Technologien entwickeln, mit denen sensible Gebiete geschützt werden können.
Wir alle wissen: Auch Deutschland strebt mittlerweile in bestimmten Gebieten auf dem Meer eine Nutzung an. Da stehen Pilot Mining Tests an. All das stellt uns vor die Herausforderung, Technologien zu entwickeln, die in sensiblen Gebieten eingesetzt werden können. Diese Anstrengungen müssen wir unternehmen.
Da hilft es wenig, sich über einen solchen Antrag zu freuen – das mache ich auch –, sondern es geht darum, gemeinsam im Haushaltsausschuss dafür zu sorgen, dass die Forschungsinstitute eine sinnvolle Ausstattung erhalten. Als Beispiel nenne ich den Neubau von Forschungsschiffen, was wir mit Dampf und Druck unterstützen müssen. Ein anderes Stichwort ist das Ocean Technology Center, das demnächst in Rostock aufgebaut wird. Auch sollten wir den Bau eines neuen und innovativen Forschungsstandortes der Universität in der Nähe vorantreiben. All das ist wichtig, damit wir diese nachhaltige Nutzung sicherstellen können.
Es kommt mir darauf an, zu zeigen: Wir schützen; das wollen wir. Es gibt sensible Gebiete. In diese sollte ein Forscher gerne fahren, aber kein Forscher, der wie mit einem großen Bagger etwas aus dem Boden reißen will. Gleichzeitig gibt es Gebiete, die wir in Zukunft dafür brauchen werden, unseren Wohlstand und die Ernährung der Welt zu sichern. Dafür braucht es Technologien. Wir sind Weltmeister bei diesen Technologien. Diesen Fortschritt sollten wir weiter ausbauen. Dafür ist es bitter notwendig, Forschung und Entwicklung in diesem Land voranzutreiben.
Ich fordere Sie auf, interfraktionell mitzuarbeiten, wo immer es geht. Unterstützen Sie unsere Forscherinnen und Forscher. Ich glaube, dann ist dieser Ausgleich zwischen Schutz und Nutzung der Meere gut möglich. Ich bin mir sicher, dass dieses Haus auch dabei mit einer Stimme spricht. Ich fordere Sie auf, demnächst an weiteren Initiativen gemeinsam zu arbeiten, um diesem Ziel näherzukommen.
Ich danke Ihnen recht herzlich.