Sehr geehrter Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Werte Gäste auf der Besuchertribüne! Herr Minister Seehofer, ich habe es als schade empfunden, dass Sie kein Wort über den Sport gesagt haben. Sport hat eine hohe integrative Kraft, Sport fördert Heimat und Gemeinschaft. Schade, dass er in Ihrer Rede nicht mit einem Wort vorkam.
Sport, so wird gesagt, ist die schönste Nebensache der Welt. Ich möchte Ihnen darlegen, dass er mehr als eine Nebensache ist. Sport hat eine große integrative Kraft – und dies nicht nur für Menschen mit ausländischen Wurzeln, sondern gleichermaßen für Menschen in allen Lebenslagen. Ich werde versuchen, Ihnen das kurz anhand meiner persönlichen Biografie darzustellen.
Ich habe die Hauptschule vor vielen Jahren mit einem schlechten Hauptschulabschluss verlassen, hatte keine Lehrstelle gefunden, habe in verschiedenen Hiwi-Jobs gearbeitet und kam nicht richtig unter. Das Einzige, was mir in dieser Situation in meinem Leben Struktur gab, war der Sport. Ich lernte Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit, Ehrgeiz, Kameradschaft und den Umgang mit Sieg und Niederlage. Was mir damals geholfen hat, wird auch heute jungen Leuten helfen, die in einer vergleichbaren Lage sind.
Sehr geehrter Herr Minister, es lohnt sich, in den Sport zu investieren. Nicht alle Vereine – das ist leider so – sind so investitionsstark wie der FC Bayern München, sie brauchen aber gleichermaßen eine große Unterstützung.
Wir haben das 2018 gemacht und wollen das im Haushalt 2019 fortführen. Wir wollen die 2018 für die Reform der Leistungssportförderung beschlossenen 188 Millionen Euro nochmals um 10 Millionen Euro erhöhen.
Es bedarf mehr Mittel für Trainerinnen und Trainer, gerade im Bereich des Sports für Menschen mit Behinderungen. Lieber Kollege André Hahn, wir werden gemeinsam daran arbeiten, dass dort keine Kürzung vorgenommen wird. Ich bitte alle Kolleginnen und Kollegen der anderen Fraktionen gleichermaßen um Mitarbeit; denn es kann in der Tat nicht sein, dass an dieser Stelle gekürzt wird.
Die Reform der Bundesstützpunkte muss vonseiten des Sports umgesetzt werden, und wir müssen unsere Hausaufgaben mit der Bereitstellung entsprechender Mittel ebenfalls machen.
Wir setzen uns weiterhin für die Unterstützung der unabhängigen Vertretung „Athleten Deutschland“ ein, die Initiative der Sportlerinnen und Sportler, die sich eigenständig vertreten.
Hier muss es zu einer Verstetigung der entsprechenden Mittel kommen.
Die Deutsche Sporthilfe unterstützt die Spitzenathleten mit jeweils circa 630 Euro im Monat. Das ist deutlich zu wenig, nicht zuletzt im internationalen Vergleich.
Kollege König von der AfD, wahrscheinlich waren Sie nicht da oder haben nicht hingehört. Wir haben über alle Fraktionen hinweg vereinbart, dass wir diese an die Besoldung von Bundespolizei und Bundeswehr anpassen. Das, was Sie sagen, ist nicht wahr. Ich denke, Sie haben sich nicht verhört, sondern an dieser Stelle bewusst eine Falschmeldung gestreut.
Diese Regelung ist im Ausschuss für Sport tatsächlich so verabredet und vereinbart worden. Sie argumentieren hier wieder demagogisch; wieder eine bewusst gewählte Falschaussage an dieser Stelle.
Die Spitzenathleten stehen dem Sport bis zu zehn Stunden am Tag zur Verfügung. Das muss in gewisser Weise auch durch Mittel honoriert werden.
Der Deutsche Olympische Sportbund, der Städte- und Gemeindebund und der Deutsche Städtetag haben vorgerechnet, dass der Sanierungsstau an deutschen Sportstätten, Herr Minister, 31 Milliarden Euro – 31 Milliarden Euro! – beträgt. Die Bundesregierung hat mit dem Zukunftsinvestitionsprogramm den ersten Schritt gemacht, allerdings müssen weitere folgen. Vielleicht können die Programme zunächst zeitlich begrenzt werden. Die heutige Verteidigungsministerin von der Leyen hat es uns einmal mit dem Bildungs- und Teilhabepaket vorgemacht, das erst zeitlich begrenzt war. Aber ich sage: Wenn man entsprechende Haushaltsmittel einstellt, kann man in drei Jahren durch entsprechende Projekte viele Sportstätten sanieren.