Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren! Liebe Abgeordnete! Wen Sie auch fragen – ob das Handwerk, die IHK, die Gewerkschaften –, alle werden Ihnen sagen: Die betriebliche Ausbildung ist eine Säule des Wohlstands in unserem Land und ein Erfolgsmodell. – Deshalb entscheidet sich mehr als ein Drittel aller Jugendlichen zu Recht für diesen Weg. Trotzdem nimmt die Zahl der Ausbildungsplätze ab. Trotzdem sind über 200 000 junge Menschen in einer Warteschleife. Und trotzdem haben 1,38 Millionen junge Menschen zwischen 20 und 30 Jahren keinen Berufsabschluss, und das, obwohl in vielen Regionen, wie wir gerade schon gehört haben, Unternehmen und Betriebe händeringend Fachkräfte suchen.
Mit dem Aus- und Weiterbildungsgesetz als Teil der Fachkräftestrategie der Bundesregierung gehen wir das jetzt an. Denn da, wo der Ausbildungsmarkt versagt, muss der Staat helfen.
Wir stärken genau deshalb die Berufsorientierung, damit junge Menschen ihre Ausbildungschancen kennen. Wir fördern die Mobilität. Denn wer bereit ist, einen Ausbildungsplatz anzunehmen, der weiter weg liegt, der soll auch die Möglichkeit bekommen, seine Eltern, seine Familie, seine Freunde regelmäßig zu besuchen. Aber das Wichtigste: Wer trotz intensiver Bemühungen keine Ausbildungsstelle bekommt, dem garantieren wir einen außerbetrieblichen Ausbildungsplatz. Damit schaffen wir einen Rechtsanspruch auf Ausbildung.
Die Ausbildungsgarantie ist seit Langem ein wichtiges Anliegen der SPD, weil es eine Frage des Respekts ist, dass wir junge Menschen nach der Schule nicht einfach abschreiben, dass wir ihnen nicht selbst die Schuld für fehlende Ausbildungsplätze geben. Ja, wir machen Schluss mit der Mär von nicht ausbildungsfähigen Jugendlichen in diesem Land.
Denn es ist unsere Aufgabe, sie zu unterstützen und ihnen den Weg für ein gutes und selbstbestimmtes Leben freizumachen.