Ich sehe die Bedrohung durch Zoonosen für die menschliche Gesundheit als extrem an. Wir leben gerade noch mit Corona, also einer Zoonose. Die Wissenschaft sagt uns, dass wir uns darauf einstellen müssen, dass zumindest das Risiko besteht, dass solche Übersprünge von Viren von Wirtstieren auf den Menschen und dann ein Fortsetzen der Erkrankung mit der Übertragung von Mensch zu Mensch in Zukunft häufiger auftreten können.
Wir wissen auch aus der Wissenschaft, dass es einen Zusammenhang gibt zwischen der Vernichtung von Naturräumen und der Erhöhung dieses Risikos. Das heißt, je kleiner der Raum ist, in dem Wildtiere leben können, und je weniger Ausbreitungsmöglichkeiten sie haben, desto größer wird das Risiko solcher Zoonosen mit der Übertragung von Wildtieren auf den Menschen. Deshalb ist Naturschutz auch ein Beitrag zum Zoonosenschutz. Ich will nicht so weit gehen, zu sagen, dass wir damit alle Probleme in den Griff bekommen würden, um Gottes willen. Aber weitere Naturraumvernichtung erhöht das Risiko. Auch deshalb brauchen wir Naturschutz, brauchen wir Artenschutz.
Wir haben auf internationaler Ebene mit dem Global Health Fund ein Instrument gestartet, um auch dieses Thema stärker in die Öffentlichkeit zu bringen. Ich glaube, hier gibt es noch große Wissenslücken in unserer Gesellschaft – wir alle hier im Parlament haben, glaube ich, bei Corona eine steile Lernkurve diesbezüglich gehabt – und hier können wir finanziell unterstützen.
Herr Brandner.