Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Schon 2050 könnten weltweit knapp 10 Millionen Menschen an den Folgen von Antibiotikaresistenzen sterben, warnt die WHO. Zum Vergleich: Bislang sind ungefähr 6,6 Millionen Menschen weltweit an den Folgen von Covid-19 gestorben. Das Problem ist drastisch, und wir dürfen es nicht weiter ignorieren.
Jeder Einsatz von Antibiotika fördert das Risiko zur Resistenzbildung. Darum ist es absolut unverantwortlich, dass gesunden Tieren immer noch mehr Antibiotika gegeben werden als kranken Menschen. Damit muss dringend Schluss sein!
Wir bringen heute ein Gesetz zur Änderung des Tierarzneimittelgesetzes auf den Weg, um einen ersten wichtigen Schritt zu tun hin zu einer konsequenten Reduzierung von Antibiotika in der Tierhaltung. Wir werden einige wichtige Neuerungen auf den Weg bringen: Wir werden mehr Transparenz schaffen. Wir werden ein neues Benchmarking-System einführen. Wir werden den Vollzug in den Ländern stärken. Und, ganz besonders wichtig, wir werden endlich ein stärkeres Augenmerk auf die für uns in der Humanmedizin so wichtigen Reserveantibiotika legen.
Außerdem werden wir das Ziel des European Green Deals – bis 2030 50 Prozent weniger Antibiotikaeinsatz in der Landwirtschaft – gesetzlich verankern. An diesem Ziel werden wir uns messen lassen müssen. Darum ist es nur richtig, dass wir schon in drei Jahren eine erste Evaluierung der Maßnahmen haben werden.
Nichtsdestotrotz muss ich am Ende meiner Rede Folgendes ansprechen: Wir wissen, dass aktuell nur der strukturelle und massive Einsatz von Antibiotika viele Tierhaltungsbetriebe in Deutschland am Laufen hält.
Dieses Problem werden wir nur dann nachhaltig lösen, wenn wir uns politisch damit befassen, wie wir endlich den Um- und Abbau der Tierhaltung voranbringen.
Dafür werden wir in den nächsten Jahren kämpfen.
Vielen Dank.