Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Heute vor einer Woche war der Vorlesetag. Dieser Tag wurde 2004 ins Leben gerufen, um Menschen wieder für Geschichten zu begeistern. Ich selbst habe eine kleine Tochter. Wenn ich ihr Geschichten vorlese, dann sehe ich in ihren Augen das Funkeln, die Begeisterung und auch die Fantasie und die Träume, die sie bei diesen Geschichten erlebt. Diese Unbefangenheit und diesen Optimismus brauchen wir in Deutschland wieder. Die kindliche Fähigkeit, beim Zuhören eigene Bilder zu erschaffen, müssen wir heute wieder lernen. Denn aus den Geschichten von heute entsteht die Technologie von morgen. Aus der Fantasie von Kindern wird die Innovationskraft unserer Gesellschaft geschöpft.
Genau diese Haltung und diese Neugierde verkörpert unsere Ministerin Dorothee Bär; das haben wir heute wieder bei ihrer Rede erlebt. Wenn Doro Bär über die Hightech Agenda und über Raumfahrt spricht, dann spürt man ihre Begeisterung im Raum. Deswegen ein ganz herzliches Dankeschön für diesen Einsatz, Frau Ministerin!
Genau das ist auch notwendig; denn vor wenigen Tagen hat das „Handelsblatt“ geschrieben: Deutschland ist in der Forschung top; aber beim Transfer von der Wissenschaft in die Wirtschaft hakt es noch. – Genau daran arbeiten wir gerade mit dem Innovationsfreiheitsgesetz. Wir wollen Freiheit für die Forschung und weniger Bremsklötze bei der Umsetzung und Transformation. Wir wollen das Wissen in unserem Land von den Hörsälen und von den Forschungseinrichtungen an die Werkbank bringen und damit Arbeitsplätze, Wertschöpfung und am Ende auch Wohlstand generieren.
Das ist auch absolut notwendig. In den letzten sieben Jahren hatte Deutschland kumuliert eigentlich ein Nullwachstum. Der Vergleich mit anderen Ländern zeigt: In Amerika zum Beispiel gab es in dieser Zeit 15 Prozent Wachstum. Hätten wir nur die Hälfte davon erreicht, würde das bedeuten, dass wir 50 Milliarden Euro mehr Steuereinnahmen pro Jahr hätten. Diese Zahlen zeigen, wie wichtig und wie entscheidend Innovation für die Wertschöpfung und den Wohlstand in unserem Land ist.
Deswegen ist es wichtig, dass wir heute mit diesem Forschungshaushalt einen Investitionshaushalt verabschieden werden. In den Beratungen haben wir den Etat um mehr als eine halbe Milliarde Euro erhöht. Insgesamt stehen rund 18 Milliarden Euro für die Hightech Agenda zur Verfügung.
Entscheidend ist jetzt aber, dass dieses Geld bei den sechs Zukunftsfeldern – dazu gehören die Kernfusion, das Quantencomputing und die Mikroelektronik – ankommt. Und auch wenn das nicht jedem Kollegen hier im Haus gefällt: Ich bin fest davon überzeugt, dass die Region, die Kernfusion mit Quantencomputing zusammenbringt und in Anwendung bringt, die nächsten Jahrzehnte erst mal dominieren wird. Deswegen ist es wichtig, dass wir hier mit Technikbegeisterung dabei sind. Das ist bei der Quantentechnologie so, das ist bei der Kernfusion so, und das gilt genauso für die Raumfahrt. Raumfahrt ist kein Hobby für irgendwelche Träumer, sondern eine absolut strategische Notwendigkeit – die Ministerin hatte es schon ausgeführt –; denn am Ende wird im All auch unsere Sicherheit von morgen mitentschieden. Deswegen dürfen wir dieses Feld nicht anderen überlassen.
Wenn wir über Forschung, über Innovationen und auch über Raumfahrt sprechen, dann sprechen wir über Chancen. Wir sprechen über Souveränität, und am Ende sprechen wir auch über den Schutz unserer freien und liberalen Demokratie. Deswegen möchte ich an dieser Stelle ein großes Danke sagen an alle Haushälter, die bei den Beratungen mitgeholfen haben, an das Ministerium, an die Frau Ministerin. Deutschland investiert in Forschung, in Technologie, in Raumfahrt. Damit bringen wir Deutschland wieder ein Stück weiter nach vorne.
Vielen Dank.
Der nächste Redner in dieser Debatte ist für die AfD-Fraktion Stefan Schröder.