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86. Sitzung
Donnerstag, 25. Juni 202621. Wahlperiode, 86. SitzungBeratung der Beschlussempfehlung und des Berichts des Ausschusses für Forschung, Technologie, Raumfahrt und Technikfolgenabschätzung (18. Ausschuss) zu dem Antrag der Abgeordneten Nicole Höchst, Alexander Arpaschi, Carsten Becker, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der AfD — Organisierten Wissenschaftsbetrug unterbinden – Qualität und Transparenz in der Forschung sichern
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Frau Präsidentin! Sehr geehrte Zuhörende! Die AfD will heute etwas gegen Wissenschaftsbetrug machen – ich würde ja lachen, wenn die Sache nicht so ernst wäre –, die AfD, die an vorderster Front steht, wenn es um Wissenschaftsfeindlichkeit geht. Egal bei welchem Thema, die AfD brüllt unwissenschaftlichen Müll und rennt jeder noch so seltsamen Meinung hinterher, wenn sie glaubt, dass es ihrer Agenda dient. Offensichtlichstes Beispiel: Die AfD leugnet die Klimakatastrophe. Sie gibt jeden noch so dummen Blödsinn von sich, den die fossile Lobby in die Welt setzt, um davon abzulenken, dass die fossile Industrie dafür verantwortlich ist.

Beifallbei der Linken

Es ist doch die AfD, deren Wissenschaftsfeinde am lautesten gegen Impfungen schreien, was dazu führt, dass wieder Kinder an Masern sterben. Bei Ihnen weigern sich selbst Ärztinnen und Ärzte, einen Mundschutz zu tragen, weil die Erkenntnisse der Medizin aus den 1850er-Jahren noch nicht bei Ihnen angekommen sind.

Beifallbei der Linken
Zurufder Abg. Nicole Höchst [AfD]

Und die AfD sagt ja auch offen, dass sie die Wissenschaft nach ihren verqueren Vorstellungen umbauen will. Sie will zum Beispiel die Gender Studies und die postkolonialen Wissenschaften einfach abschaffen.

Ist ja auch Voodoo!

Von wissenschaftlich nachweisbaren strukturellen Benachteiligungen von Frauen will man in Ihrem Eierverein nichts wissen.

Heiterkeitbei Abgeordneten der Linken

Postkoloniale Studies stören Sie erst recht; denn wir können ja nur das verhindern, woran wir uns erinnern.

Beifallbei der Linken

Menschenfeindliche Ausgrenzung beginnt da, wo ihnen die Stimme geraubt werden soll, wo man verhindern will, dass benachteiligte Gruppen klar nachweisen können, was ihnen angetan wurde und immer noch angetan wird.

Die AfD greift die Wissenschaftsfreiheit an, so wie sie auch andere Freiheiten angreift, so wie sie auch unsere Demokratie angreift.

Also wer wen angreift, werden wir am ersten Juliwochenende sehen!

Es ist Zeit, sich zu widersetzen.

Beifallbei der Linken

Wir hier im Parlament müssen jetzt endlich einen Verbotsantrag beschließen.

Dann machen Sie das mal!

Und wir alle draußen auf der Straße müssen uns widersetzen. Wenn die AfD ihren Parteitag in Erfurt abhalten will, um ihren faschistischen Umsturz zu planen, dann schließen wir uns alle zusammen und verhindern das. Denn: Wir sind widersetzen!

Beifallbei der Linken
Zurufevon der AfD: Undemokratisch seid ihr!

Aber kommen wir noch mal zum Thema des Antrags. Was braucht es denn, um Qualität in der Wissenschaft zu sichern?

Zurufvon der AfD: Die Linke bestimmt nicht!

Zuerst braucht es sichere Arbeitsverhältnisse. Dazu gehören Arbeitsverträge für Promovierende, die auch tatsächlich die durchschnittliche Promotionszeit abdecken. Es braucht Postdoc-Stellen, die Perspektiven schaffen; denn nur wenn Wissenschaftler/-innen nicht in existenziellen Nöten sind, müssen sie auch nicht tricksen, damit die Anzahl ihrer Veröffentlichungen hoch genug ist.

Zurufdes Abg. Sven Wendorf [AfD]

Und nur wenn das wissenschaftliche Verlagswesen kein Geschäftsmodell mehr ist, gibt es dort keinen Anreiz mehr für unseriöse Praktiken. Dafür brauchen wir Wissenschaftsverlage, die nicht profitorientiert sind, sondern von der Wissenschaft selbst getragen werden und damit in öffentlicher Hand sind. Und es braucht eine gute Grundfinanzierung; denn Wissenschaft braucht Zeit und Geld, um gut zu arbeiten.

Vielen Dank.

Beifallbei der Linken
Beifallbei der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten der SPD