Herr Theurer, ich finde tatsächlich den Umgang der FDP mit Geld und Kosten einigermaßen faszinierend. Sie haben eine Technik genannt – Photovoltaik –, die viel günstiger geworden ist,
trotzdem boykottieren Sie ständig den Ausbau der erneuerbaren Energien. Daraus ziehen Sie jetzt die Schlussfolgerung, dass alle Technologien, die heute teuer sind, mit Sicherheit in 20 Jahren günstig sein werden. Mir sagen Experten bei Wasserstoff: Das ist hochgradig unwahrscheinlich. – Mir sagen Experten, die sich wirklich damit auseinandergesetzt haben: Wasserstoff wird extrem knapp und teuer sein. Er wird ein wichtiger Baustein der Energiewende sein. Aber wir müssen uns gut überlegen, wo wir ihn einsetzen.
Als Allerletztes – ich will nicht zu lang werden, aber Sie haben gerade Gas angesprochen und gesagt: Da kann man doch einfach Methan reinstecken –: Wenn Sie Wasserstoff methanisieren wollen, um ihn hier zu verwenden, und das Ganze klimaneutral sein soll, dann müssen Sie das CO2 in Nordafrika aus der Luft abscheiden. Auch diese Luftabscheidung ist meilenweit davon entfernt, in der richtigen Größenordnung zu den richtigen Kosten agieren zu können. Da ist mir das Prinzip Hoffnung zu wenig. – Danke.
Jetzt habe ich noch 44 Sekunden und muss überlegen, was ich noch sagen kann. Denn ich durfte ja schon so viel sagen. Was ich auch noch faszinierend finde, liebe FDP, ist, dass Sie das Prinzip der Technologieoffenheit in Ihrem Antrag aufgeben,
weil Sie nämlich eine Befreiung oder zumindest Kürzung der EEG-Umlage explizit für Wasserstoff vorsehen, aber nicht für andere Technologien. Warum soll der Strom ausgerechnet für die Wasserstoffproduktion günstiger sein als für alle anderen sinnvollen Anwendungen von Strom?
Sie haben leider Ihre eigenen Prinzipien an der Stelle nicht zu Ende gedacht.
Weil wir die Partei sind, die den Klimaschutz ernst nimmt und um ernsthafte Lösungen ringt, deshalb haben wir eine Wasserstoffstrategie vorgelegt, die tatsächlich Grünen Wasserstoff zur Grundlage macht und nicht irgendeinen Wasserstoff.
Danke schön.