Herr Nouripour und auch die Vorredner, was mich immer etwas entfremdet,
ist, dass es meiner Ansicht nach hier in diesem Hohen Hause hin und wieder an Respekt fehlt.
Deswegen kann ich mich vor der gestrigen Rede des israelischen Präsidenten nur verneigen, die nämlich genau darauf zielte, dass das Wichtigste, was wir Menschen brauchen, Augenhöhe und Respekt sind.
– Ja, entspannen Sie sich. – Das fehlt mir hier bei dieser Diskussion.
– Ja, ich nicht. Entspannen Sie sich.
Ich hoffe, dass Sie die gleiche Rede gehört haben wie ich gestern. Und zwar sagte der israelische Präsident, dass der Antisemitismus, der gerade stattfindet, nationalistisch ist, linksextrem ist und muslimisch ist.
– Er hat es hier gesagt.
– Das hat er so gesagt. – Wenn sich der Deutsche Bundestag dieser Diskussion nicht stellt und wir die Wahrheit nicht benennen, dann frage ich mich: Wie können wir eine wahrheitslose, inhaltslose Diskussion, die Sie hier ja ständig führen, auf den Punkt bringen? Denn so schützen wir die israelischen Bürger in Deutschland nämlich nicht.
So liefern wir sie aus. Das ist Ihre Wahrheit, und das kann nicht zu unserer werden.
Ich möchte Sie an einer Stelle abholen, weil Sie immer von Einzelschicksalen und Familien sprechen: Mein Opa war im KZ. Er war nämlich Kommunist und hat sich gegen das Naziregime aufgelehnt.
Genau wegen seiner Haltung wurde er eingesperrt. Glauben Sie mir: Meine Familie kann über das Thema reden. – Vielleicht sollten wir uns alle gemeinsam wieder mit Respekt an einen Tisch setzen.
Danke schön.
Herr Kollege Friedhoff, könnten Sie während der Antwort stehen bleiben? – Danke schön.