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143. Sitzung
Donnerstag, 30. Januar 202019. Wahlperiode, 143. SitzungAktiensteuer darf nicht die Falschen treffen – Kleinanleger, Realwirtschaft und Vorsorgesparer
13 VermerkeReaktionswert: hoch358 Wörter Im Protokoll lesen

Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Ich zitiere:

Wir wollen eine Finanzmarkttransaktionssteuer einführen. …

Beifalldes Abg. Pascal Meiser [DIE LINKE]

Eine solche Besteuerung sollte möglichst alle Finanzinstrumente umfassen, insbesondere Aktien, Anleihen, Investmentanteile, Divisentransaktionen sowie Derivatekontrakte

Wen zitieren Sie da? Herrn Macron, oder wen?

und mit einer breiten Bemessungsgrundlage bei einem niedrigen Steuersatz verwirklicht werden. Hierdurch wird die Belastung der einzelnen Finanztransaktionen gering gehalten.

Große Ratenummer: Wer hat’s erfunden?

Beschluss des Deutschen Bundestages vom 21. Juni 2012, getragen von den Fraktionen der CDU/CSU, der FDP, der SPD und Bündnis 90/Die Grünen zur Einführung einer Finanztransaktionsteuer im Rahmen des Pakts für nachhaltiges Wachstum und Beschäftigung.

Matthias W. Birkwald [DIE LINKE], an die FDP gewandt: Da war die FDP dabei! Ja, guck mal an!

Das war aber ein Kompromiss!

Herzlichen Glückwunsch: Sie waren alle schon mal schlauer!

Beifallbei der LINKEN sowie bei Abgeordneten der SPD

Leider – und da hat die FDP dann sogar wieder recht – taugt der Vorschlag des Bundesfinanzministers für eine Aktiensteuer dazu überhaupt nicht.

Beifallbei der LINKEN sowie der Abg. Lisa Paus [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]

Er hat mit einer Finanztransaktionsteuer nichts, aber auch gar nichts zu tun. Er droht auch noch die letzten Reste der verstärkten Zusammenarbeit auf europäischer Ebene zu sprengen. Und vor allen Dingen ist der Kernhaken, dass er eben gerade jene gefährlichen spekulativen Geschäfte auf den Finanzmärkten nicht besteuert. Das ist falsch.

Beifallbei der LINKEN

So sieht es aus!

Und wenn Sie es mir nicht glauben, dann lauschen Sie vielleicht noch mal den Worten von Wolfgang Schäuble:

Allein die Umsätze mit Aktien zu besteuern, ist angesichts der Entwicklung an den modernen Börsen mit Derivategeschäften nicht zielführend.

Ein kluger Mann!

Beifallbei der LINKEN

Für den Fall, dass im Rahmen der verstärkten Zusammenarbeit kein Ergebnis erzielt worden ist, war ausdrücklich auch die Einführung einer Finanztransaktionsteuer durch weniger Staaten oder sogar im nationalen Alleingang vorgesehen. Auch hierzu zwei Zitate.

Carsten Schneider, SPD:

Die Einführung dieser Steuer ist ein zentrales Vorhaben der Koalition. Ich erwarte, dass dies mit Priorität von der Bundeskanzlerin und dem Finanzminister vorangetrieben wird.

Beifallbei Abgeordneten der LINKEN

Tut er ja!

Oder – noch konsequenter – Markus Söder, CSU:

Wenn das Vorhaben in der EU

sich nicht durchsetzen lasse, dann eben

in der Euro-Zone … „Und wenn es dort nicht klappt, dann wäre ich für einen deutschen Alleingang.“ Deutschland besitze in Europa eine Führungsfunktion …

Herr Finanzminister – ich hoffe, Frau Ryglewski richtet es ihm aus –, nehmen Sie diese Führungsrolle wahr! Schaffen Sie eine Finanztransaktionsteuer, die den Namen verdient, im Notfall eben im nationalen Alleingang.

Danke schön.

Beifallbei der LINKEN
Heiterkeitbei Abgeordneten der SPD und der FDP

Dann hat als nächste Rednerin die Kollegin Lisa Paus, Bündnis 90/Die Grünen, das Wort.

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