Grundsätzlich will ich einmal sagen, dass diese Feststellung, das Entgelttransparenzgesetz hätte gar nichts gebracht, von uns nicht geteilt wird. Natürlich gibt es Dinge, die noch entwickelt, verbessert, ausgebaut werden müssen, aber das Entgelttransparenzgesetz hat einen wesentlichen Paradigmenwechsel bewirkt; die Einstellung zu der Grundaussage „Über Geld spricht man nicht“ hat sich nämlich verändert. In den Betrieben wird dieses Thema sehr stark wahrgenommen; es wird über Entgeltstrukturen gesprochen. Wir erleben in der Evaluierung, dass viele Betriebe – auch große Unternehmen – ihre Entgeltstrukturen freiwillig selbst überprüft haben.
Wir müssen aber natürlich noch mehr dafür tun – auch in Zusammenarbeit mit den Gewerkschaften –, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter über ihre Rechte aufzuklären und sie zu ermutigen und zu unterstützen, ihr Recht auf Entgelttransparenz einzufordern. Auch hier ist der Austausch mit den europäischen Kolleginnen und Kollegen sicherlich sehr wertvoll. Wir können unsere Erfahrungen dort einbringen; das werden wir auch tun. Und wir werden uns auch über bessere und weiterentwickelte europaweite Ansätze austauschen.