Ich war ganz dankbar, dass wir vorhin bei der Debatte rund um das Thema Coronaerkrankung sehr moderat geblieben sind und jetzt nicht die Bevölkerung beunruhigt haben. Ich meine, es wäre auch gut, wenn wir in dieser Befragung die Bevölkerung nicht beunruhigten und nicht so täten, als ob wir Probleme mit der Ernährungssicherung hätten. Also, ich würde jetzt echt sagen: Lassen wir die Kirche im Dorf.
Wir haben gesehen, dass wir, auch wenn die Regale in den Supermärkten aufgrund von Hamsterkäufen kurzzeitig leer waren, kein Versorgungs- und Ernährungssicherungsproblem haben, sondern dass das Ganze eher eine Logistikfrage ist, weil der LEH die Haltung von Lebensmitteln eher auf die Lkws auf den Autobahnen verlagert hat.
Jetzt zu der Reduzierung der Düngemittel um 20 Prozent. Nicht wir haben das vorgeschlagen – das ist kein Wunsch von uns –, sondern die EU-Kommission hat das vorgegeben. Sie wissen: Über zehn Jahre wurde in Dänemark im ganzen Land die Menge an Düngemitteln um 20 Prozent reduziert. Wir haben erreicht, dass diese Regelung nicht für ganz Deutschland gelten soll, sondern nur in den sogenannten roten Gebieten. Wenn jetzt noch eine Binnendifferenzierung unter einer gerechten Beachtung des Verursacherprinzips hinzukommt, dann, glaube ich, wird das Ganze noch passgenauer werden.
Aber ich will ganz deutlich sagen: Wir sollten nicht, auch wenn es in die Argumentation passt, den Leuten Angst machen und so tun, als hätten wir hier in Deutschland Ernährungsprobleme. Weltweit hungern über 800 Millionen Menschen; das stimmt. 2 Milliarden Menschen sind mangelernährt. Aber ich glaube nicht, dass das alles zu regeln sein wird, wenn wir zu einer Reduzierung um 20 Prozent kommen. Ich hätte sie auch gerne verhindert. Sie kennen alle Argumente, und Sie kennen alle Schritte, um die es geht. Aber man sollte das bitte nicht missbrauchen, und man sollte nicht mit den Ängsten der Bürger spielen, um so deren Zustimmung zu bekommen.