Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Erasmus+ ist ein Erfolgsmodell, Europa ist ein Geschenk, und der AfD-Antrag ist eine pure Zumutung.
Eigentlich wäre damit alles gesagt; aber ich will mir ein bisschen mehr Mühe geben als dieser Dünnbrettbohrerantrag der AfD, der ja eine harmlose Überschrift hat, aber einen gefährlichen Inhalt.
Die AfD will Mittel für Erasmus+ dramatisch kürzen. Wir sind für eine drastische Erhöhung, für eine deutliche Aufstockung; denn unser Kontinent und die junge Generation leben und wachsen durch Austausch, Verständigung, Weltoffenheit. Das ist Ihnen ein Dorn im Auge. Uns ist das ein Herzensanliegen; denn Bildungsmobilität ist für alle da und nicht nur für einen erlauchten Kreis.
– Ja, das ist keine Kunst. Ihr Antrag ist eine Seite lang und wirklich das Papier nicht wert, auf dem er steht; aber ich setze mich damit ja auseinander.
– Ich habe ihn gelesen.
Die Antieuropa-Fraktion Deutschlands, kurz AfD,
weint ja Krokodilstränen über den Brexit. Wie bigott ist das denn eigentlich? Ihre Brüder im Geiste haben den Brexit mit verursacht durch Lügen und Fake News.
Deshalb sind Sie an dieser Stelle als verlogen enttarnt.
Wir sagen: Partnerschaft und Kooperation, keine Rosinenpickerei, erfolgreiche Brexit-Verhandlungen und dass die junge Generation dabei nicht bestraft werden darf.
Kommen wir zum Heftigsten in Ihrem Antrag. Bildungsaustausch will die Antieuropa-Fraktion Deutschlands, kurz AfD, auf „ambitionierte Studenten“ reduzieren. Ich finde es skandalös, dass die AfD Studentinnen aus Erasmus offenkundig ausschließen will.
Das ist frauenfeindlich; denn es geht eben auch um Studentinnen.
Frauen und Männer sind selbstverständlich gleich viel wert und haben auch gleich viel Talent.
Es ist im Übrigen auch skandalös, dass die AfD – lesen Sie Ihren eigenen Antrag – Azubis und Schülerinnen und Schüler aus Erasmus+ ausschließen will. Ja, wie elitär ist das denn? Das ist ja unglaublich!
Das ist ein Affront gegen Auszubildende. Das ist akademisch elitär und engstirnig. Wir wollen, dass unterrepräsentierte Gruppen den Weg ins europäische Ausland finden.
Denn Austausch öffnet in der Regel Horizonte – vielleicht nicht bei Ihnen, aber bei den allermeisten Menschen –, beschert teilweise sogar privates Glück. Beides ist der AfD suspekt.
Seit dem Start von Erasmus sind mehr als 1 Million transnationale Erasmus-Babys geboren – welch ein Graus für die völkisch-nationalistischen Blut-und-Boden-Politiker.
Welch ein Glück für Europa und die Zukunft Europas.
Der Namensgeber des Erasmus-Programms würde den AfD-Antrag mit großer Begeisterung ablehnen, und wir werden das auch tun.
Vielen Dank.