Liebe Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Was hat das Persönlichkeitsmodell „Big Five“ mit Erasmus zu tun? Ich finde, sehr viel. Es gibt fünf Persönlichkeitsdimensionen: emotionale Stabilität, Geselligkeit, Offenheit, Verträglichkeit und Gewissenhaftigkeit.
Studien zeigen deutlich: Bereits wenige Monate im Ausland beeinflussen die Persönlichkeit und machen die Teilnehmenden unter anderem offener für neue Erfahrungen und neue Ideen. Das wird auf die neuen internationalen Kontakte zurückgeführt.
Wie Sie alle wissen, erlebt Europa seit einigen Jahren ein politisches Erdbeben. Die national-radikalen Kräfte sind auf dem Vormarsch. Gerade in dieser Zeit ist es wichtig, dass wir den Austausch, den Dialog und das gemeinsame Lernen und Forschen fördern.
Das Erasmus-Programm fördert seit 32 Jahren Studienaufenthalte und Praktika in 33 Ländern – mit insgesamt über 9 Millionen Geförderten. In Deutschland nutzen das Erasmus+-Programm aktuell circa 100 000 Menschen. Ich bin froh darüber, dass wir die Zahl der am Erasmus+- Programm Teilnehmenden auf 12 Millionen verdreifachen wollen.
Natürlich stellt es eine Zäsur dar, dass Großbritannien aus der Europäischen Union ausgeschieden ist. Wir arbeiten aber daran, dass die guten wissenschaftlichen Beziehungen und der Dialog nicht darunter leiden werden. Die Zusammenarbeit mit Großbritannien in Sachen Erasmus+ sollte weitergeführt werden, doch die Entscheidung liegt nicht allein bei uns.
Liebe Kolleginnen und Kollegen, am Anfang habe ich davon gesprochen, welche positiven Folgen ein Aufenthalt im Ausland auf die Persönlichkeit hat. Ich glaube, dass ein Aufenthalt im Ausland auch für einige hier in diesem Hohen Hause eine gute Idee wäre.
Ich glaube, wir brauchen in unserer Zeit mehr denn je Offenheit. Das Erasmus+-Programm trägt hervorragend dazu bei; fördern wir es also weiter.
Danke schön.