Herr Kollege, Sie sprechen die Dimension an. Diese Pandemie ist dort nicht nur eine Krise, die zu Tod durch das Virus führt, sondern die Experten sagen uns: Eine Vielzahl mehr an Toten wird die dadurch ausgelöste Wirtschafts-, Finanz- und Hungerkrise verursachen. Wir haben jetzt schon in vielen Ländern Afrikas, aber auch in Lateinamerika und in Indien eine Hungerkrise gigantischen, dramatischen Ausmaßes.
Der Lockdown hat dazu geführt, dass viele Menschen ähnlich wie in Deutschland keine Arbeit mehr haben. Bei uns gibt es Kurzarbeitergeld, aber in den afrikanischen Ländern bekommen 90 Prozent der Arbeiterinnen und Arbeiter Tagelohn, in einem Arbeitsverhältnis, wo es weder Hartz IV oder Kurzarbeitergeld noch eine Stütze gibt. Von einem Tag auf den anderen stehen Millionen – wenn ich Indien dazunehme, Hunderte von Millionen – vor dem Nichts. Das World Food Programme kann nicht mehr herein, die Logistik bricht zusammen, und deshalb ist diese Pandemie eine Hunger-, Wirtschafts- und Finanzkrise dramatischen Ausmaßes.