Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Meine Damen und Herren! Die Bundesregierung hat sich bisher als krisenfest erwiesen. Es ist klar zu erkennen, dass sie alles daransetzt, die Gesundheit der Menschen zu schützen. Dafür danken wir Ihnen sehr.
Umso erstaunlicher ist es jedoch, dass von Ihnen als Bundesregierung mit Blick auf die frühkindliche Bildung kaum etwas zu hören ist. Lassen Sie mich eines vorwegsagen: Es ist doch wissenschaftlich erwiesen, dass wesentliche Voraussetzungen für den späteren Bildungserfolg unserer Kinder in der frühesten Kindheit geschaffen werden. Die Kita spielt eine ganz zentrale Rolle; denn hier werden wichtige Lernprozesse verinnerlicht und nützliche Verhaltensmuster gefestigt. Frühkindliche Bildung, meine Damen und Herren, ist damit nicht nur das erste Glied in einer jahrelangen Bildungskette, sondern bildet doch zugleich auch das Fundament für Bildungsgerechtigkeit.
Wer das vernachlässigt, gefährdet die Zukunftsperspektiven der künftigen Generationen.
Deshalb führen wir hier und heute keine Luxusdebatte, sondern wir führen eine Debatte, meine Damen und Herren, die entscheidend für die Zukunft unseres Landes ist. Denn auch unser Schulwesen benötigt dringend neue und zeitgemäße Standards. Die Digitalisierung – das wissen wir alle – bietet dabei große, große Chancen. Sie kann individuelles Lernen erleichtern; sie kann Kurse vernetzen; und sie kann bei der Inklusion helfen. Wir Freie Demokraten setzen uns seit vielen, vielen Jahren dafür ein, das Potenzial von digitalen Inhalten sinnvoll zu nutzen. Wir sollten deshalb die gegenwärtige Krise als Chance begreifen, meine Damen und Herren, unser Schulwesen jetzt endlich zielgerichtet zu digitalisieren.
Denn moderne Bildung darf in Deutschland nicht länger ein Privileg sein, sondern muss endlich zum Standard werden.
Betrachten wir alle gemeinsam mal die Situation der Eltern daheim, so stellen wir fest: Die Herausforderungen – wir haben es heute schon gehört – wachsen von Tag zu Tag. Das betrifft besonders Familien in ökonomischer Risikolage. Für viele Haushalte ist es schlicht ein Kraftakt, Beruf, Kinderbetreuung und Homeschooling unter einen Hut zu bringen. Infolge dieser Mehrfachbelastung der Eltern tragen doch Sie als Bundesregierung eine besondere Verantwortung, Familien gerade in diesen Ausnahmezeiten angemessen zu unterstützen.
Lassen Sie mich zum Schluss, Herr Röspel, eins noch sagen: Es ist auch meine oberste Priorität, Kinder, Eltern und Fachkräfte vor Infektion zu schützen. Dennoch dürfen wir doch nicht aus den Augen verlieren, dass Bildung die Grundlage für ein selbstbestimmtes Leben ist.
Eine frühe Förderung unserer Kinder entscheidet doch maßgeblich über Entwicklungschancen und Aufstiegschancen. Deshalb ist es die Aufgabe von uns allen zusammen, alles dafür zu tun, dass aus dieser Coronakrise keine Bildungskrise wird, meine Damen und Herren.