Nein. – Dabei kommt mir ein alter Liedtext in den Sinn:
Sind so kleine Seelen, offen und ganz freiDarf man niemals quälen, gehʼn kaputt dabei
Die weitreichenden Folgen der Coronamaßnahmen für Kinder sind schon heute offensichtlich und werden als Kollateralschaden hingenommen. Es wird Zeit, dass dieses Hohe Haus aufsteht, aufsteht für unsere Kinder; denn es kann nicht sein, dass die am wenigsten gefährdete Gruppe das höchste Sonderopfer in dieser Gesellschaft zu tragen hat.
Ich komme jetzt zum Antrag. Ich selbst bin Vater von drei Kindern. Mein kleiner Sohn geht in eine Grundschule mit Nachmittagsbetreuung. Meine Frau und ich sind tatsächlich auch froh – gelegentlich –, dass unser Sohn dort mit Freunden nachmittags spielen kann.
Die AfD steht daher dem Ausbau der Ganztagsbetreuung in Grundschulen offen gegenüber. Wir lehnen aber eine Überhöhung zum bildungspolitischen Allheilmittel entschieden ab.
Die Bundesregierung strebt einen Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung in Grundschulen ab 2025 an; wir haben es gerade gehört. Die Grünen fordern in ihrem Antrag gar das Recht auf eine gute Ganztagsbildung.
Beide Vorhaben sind letzten Endes Augenwischerei und unseriös; denn sie werden schon vor dem Hintergrund des heute bereits bekannten Personalmangels scheitern müssen. Das weiß bereits heute jeder.
Die Grünen behaupten außerdem in ihrem Antrag – und das wurde hier auch in der Rede ausgeführt –, dass Ganztagsangebote grundsätzlich einen positiven Einfluss auf die psychosoziale Entwicklung von Kindern haben und die Bildungsgerechtigkeit erhöhen. Das ist ein Märchen.
Die Wahrheit belegt die bundesweite StEG, die Studie zur Entwicklung von Ganztagsschulen: Für Jugendliche aus problematischen sozialen Verhältnissen oder mit Migrationshintergrund lässt sich über vier Jahre hinweg kein Effekt der reinen Ganztagsschulteilnahme auf ihre Schulleistungen nachweisen. Auch haben die Forscher festgestellt, dass sich trotz zusätzlicher Leseangebote an Ganztagsschulen die Lesekompetenz von Grundschülern nicht verbessert; so viel zur Bildungsgerechtigkeit, meine Damen und Herren.
Sie fordern weiterhin Milliarden für die Fremdbetreuung von Kindern, weil Sie das Original, nämlich die traditionelle Familie, unterminieren und ablehnen. Als Begründung dient dann immer diese Floskel von der Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Außerhalb des politisch korrekten Sprachgebrauchs ist das eigentlich nichts anders als die permanente Forderung, dass junge Eltern möglichst schnell wieder dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen sollen.
All diese Projekte werden am Personalmangel scheitern. Kindergärten und Ganztagsschulen werden aufgrund dieses Mangels dann zu Parkplätzen für Kinder, und das wird dann hier als gute Bildung verkauft. Das ist einfach nicht richtig.
In diesem Hause wird viel über Kinderrechte und Kindeswohl gesprochen. Schauen wir uns aber an, was sich Kinder wünschen: Ihr größter Wunsch ist mehr Zeit mit Freunden und Familie. Die Hälfte der Kinder empfindet laut einer Umfrage des LBS-Kinderbarometers die Zeit in der Schule als zu lang. Kinder in Ganztagsschulen leben einen Erwachsenenrhythmus mit Schichten von 8 bis 16 Uhr. Kindsein bedeutet aber, Freizeit zu haben gemeinsam mit Freunden, die man sich selber aussucht, und das nicht unter der von Ihnen gewünschten sozialpädagogischen Daueranleitung. Die haben Sie nicht gebraucht, die habe ich nicht gebraucht, die brauchen Kinder generell nicht.
Der Wunsch der Kinder deckt sich übrigens mit den Wünschen von Eltern. Umfragen zeigen, dass sich drei Viertel aller Eltern folgendes Modell wünschen: Ein Elternteil arbeitet in Vollzeit, eines in Teilzeit. Die Shell-Jugendstudie zeigt darüber hinaus, dass sich junge Menschen mehrheitlich wünschen, dass in den ersten Lebensjahren des Kindes ein Alleinverdienermodell vorherrscht; wobei – da müssen Sie von links jetzt ganz stark sein – der Mann hauptsächlich berufstätig und die Frau überwiegend zu Hause sein soll.
– Das sind die Aussagen der Shell-Studie. Die AfD ist insofern die einzige Partei, die sich für eine echte Wahlfreiheit in der Kinderbetreuung einsetzt. Das ist Fakt.
Anstatt immer mehr in Fremdbetreuung zu investieren, muss eine Grundlage dafür geschaffen werden, dass besonders junge Eltern nicht mehr zur Arbeit und damit zur Fremdbetreuung aus wirtschaftlichen Gründen gezwungen sind, sondern frei wählen können. Der lockdownbedingte Ausfall der staatlichen Betreuung hat übrigens gezeigt, wie schnell das seit Jahrzehnten geförderte Fremdbetreuungsmodell zu einer Falle für Familien werden kann.
Der Lockdown hat übrigens auch gezeigt, wie schnell diese Regierung und dieser Staat die Familien im Stich lässt. Nur die AfD setzt sich dafür ein, dass sich Familien aus der linksideologischen Bevormundung durch den Staat befreien können. Dafür stehen wir.
Zum Abschluss: Wir stehen für die Rechte von Eltern und Kindern, und – um noch einmal auf den Eingangsteil meiner Rede einzugehen – wir stehen für eine Kindheit ohne Maske und Abstand.
Vielen Dank.