Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren, in so gut wie jeder Sitzung des Verkehrsausschusses wird von Sozialwissenschaftlern besserwisserisch behauptet, dass der Verbrennungsmotor durch Elektromobilität ersetzt wird. Auch wenn Sie das jeden Abend vor dem Schlafengehen wiederholen und mittlerweile offensichtlich selber glauben: Das ist eine Fiktion, bestehend aus drei Teilen, die ich Ihnen jetzt erklären werde:
Erste Fiktion. Sie behaupten, die Elektromobilität ist kurzfristig umsetzbar. Für die Umsetzung Ihrer Pläne zur CO2-Reduktion brauchen Sie bis 2030 circa 10 Millionen Elektrofahrzeuge in Deutschland. Diese Autos müssen erst einmal von den Kunden in Deutschland gekauft werden, und dafür braucht man eine Verteilernetzstruktur, Trafohäuschen und Leitungen. Wie langsam wir in Deutschland Kabel verlegen können, kann jeder daran ermessen, wie schlecht das mit der Glasfaserinfrastruktur funktioniert.
Wenn also fast niemand in diesem Land diese Autos kauft, weil der Betrieb eine Zumutung ist, wie soll die Anzahl der Fahrzeuge im Bestand erhöht werden? Sollen die Hersteller ihre Autos verschenken? Was wollen Sie machen?
Zweite Fiktion. Sie sagen: Elektromobilität trägt zur CO2-Reduktion bei. Der nationale Strommix ist deutlich kohlestromlastig. Der CO2-Ausstoß pro Kilowattstunde wird durch die Abschaltung der Kernkraftwerke nächstes Jahr noch weiter zunehmen. Bereits heute ist der CO2-Ausstoß eines Elektrofahrzeugs bei dem Strommix, den wir haben, in etwa vergleichbar mit dem eines modernen Diesels. Rechnerisch senken Sie mit Elektromobilität die CO2-Emissionen im Verkehrssektor; aber dafür erzeugen Sie CO2-Emissionen im Energiesektor. Das ist eine Beleidigung für jeden Naturwissenschaftler!
Es ist unfassbar, dass Sie damit in der Öffentlichkeit durchkommen.
Die dritte Fiktion von Ihnen ist, dass durch Elektromobilität die Arbeitsplätze in Deutschland gesichert werden. Das ist, mit Verlaub, eine dreiste Falschbehauptung von Ihnen. 95 Prozent der Arbeitsplätze in einem Autokonzern hängen am Verbrennungsmotor. Arbeitsplätze, die durch das Ende des Verbrennungsmotors verloren gehen, sind dauerhaft weg. Punkt! Ja, wir von der AfD sehen allein im Erhalt der Arbeitsplätze einen wesentlichen Punkt, warum wir für den Verbrennungsmotor kämpfen.
Synthetische Kraftstoffe bzw. Biokraftstoffe, wie in unserem Antrag formuliert, sind die einzige Lösung zum Erhalt des Verbrennungsmotors bei dieser EU-Gesetzgebung. Wer das nachher ablehnt, der hat keine Ausreden, wenn der Arbeitsplatzabbau in der Automobilindustrie so weitergeht.
Wir bitten deshalb um Ihre Unterstützung für unseren Antrag. Ich freue mich, wenn Sie die synthetischen Kraftstoffe unterstützen. Dann können Sie nachher diesem Antrag zustimmen.
Vielen Dank.