Sehr geehrter Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Drei Initiativen beschert uns am heutigen Freitagnachmittag die AfD mit dieser Debatte. Sie spielt sich dabei als „Apostel der Gleichberechtigung“ für Männer und Frauen auf. Dabei zeigen Sie eigentlich in allen drei Initiativen, dass Sie erstens überhaupt nicht verstanden haben, worum es geht,
und zweitens, dass Sie null Komma null Interesse haben, etwas zu verändern.
Sie fordern Gleichberechtigung statt Gleichstellung. Aber das ist doch eigentlich gar nicht der Punkt. Es geht um eine echte und gelebte Gleichberechtigung im Alltag. Ja, formal genießen Frauen und Männer in Deutschland die gleichen Rechte, und das Grundgesetz bietet auch den Rahmen. Aber es geht doch darum, den Artikel 3 Absatz 2 entsprechend auszugestalten. Das ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, von Männern und Frauen.
Sie fordern weiter, nicht das Geschlecht als unterscheidende Variable heranzuziehen. Auch hier ist die Analyse falsch. Denn trotz gleicher Rechte bewegen sich Frauen in Berufen, in Politik und Gesellschaft eben nicht auf Augenhöhe mit den Männern. Das hat etwas mit geschlechterspezifischen Rollenzuschreibungen zu tun. Wir haben deutschlandweit top ausgebildete Frauen. Aber warum haben wir immer noch eine Lohnlücke, und warum sitzen so wenige von diesen Frauen in den Vorständen?
Im Gegensatz zu Ihnen glauben wir nicht, dass ihre Rolle immer so frei und selbstbestimmt gewählt ist. Gleiche Rechte müssen auch in gleiche Chancen münden. Dafür setzen wir uns ein.
Sie fordern, die Vorgaben zur Frauenquote ersatzlos zu streichen. Aber einen konstruktiven Vorschlag – das wissen wir ja schon – können wir nicht erwarten. Wir Freie Demokraten haben gestern an dieser Stelle einen Vorschlag vorgelegt: familienbedingte Auszeiten für Führungskräfte. Jede und jeder in unserem Land soll die Chance zur Verwirklichung haben, egal ob Mann oder Frau, egal ob mit oder ohne Kinder. Das ist zeitgemäß, modern und dringend notwendig.
Zu Ihrer letzten Forderung, der Forderung zu den Gleichstellungsbeauftragten, sage ich nur so viel: Fangen Sie in Ihren eigenen Reihen an! Verkneifen Sie sich Ihre herabwürdigenden Kommentare und Ihr unerträgliches Machogehabe!
Damit würden Sie das Miteinander zwischen Männern und Frauen in Deutschland wesentlich nach vorne bringen.
Herzlichen Dank.