Herr Präsident! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Ich muss auf Rücknahme des Doktortitels bestehen, sonst habe ich morgen früh in der Presselage die allergrößten Probleme.
Das Zweite ist: Ich möchte mich bei den Berichterstattern, bei den Fraktionssprechern für Wirtschaft aller Parteien ganz herzlich bedanken, stellvertretend natürlich bei meinen eigenen: Carsten Linnemann, Joachim Pfeiffer und Andreas Mattfeldt. Ich habe in den letzten Wochen und Monaten sehr viel Unterstützung bekommen. Und auch meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wurden bei ihrer Arbeit in dieser unvorhersehbaren und in dieser Form nicht gekannten Krise sehr unterstützt.
Unsere Volkswirtschaft, meine Damen und Herren, wird in diesem Jahr weniger stark schrumpfen als befürchtet. Der Aufschwung hat schneller eingesetzt als erhofft. Die Arbeitslosigkeit ist im letzten Monat im Vergleich zum August um 100 000 zurückgegangen. Viele Unternehmen schöpfen neuen Mut. Der ifo-Index ist zum fünften Mal in Folge gestiegen. Wir sind besser durch die Krise gekommen als die meisten anderen um uns herum, und das verdanken wir Millionen von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern, Hunderttausenden von mittelständischen und kleinen Unternehmerinnen und Unternehmern. Wir verdanken es einem großartigen Land und seiner Bevölkerung.
Dennoch: In die Freude und in die Zuversicht mischt sich auch Bedrückung – Bedrückung darüber, dass die Zahl der Infektionen wieder steigt, dass mancherorts die Nachverfolgbarkeit gefährdet erscheint, dass wir Hotspots haben, dass die weißen Flecken, wo es keine Neuinfektionen gibt, von den Landkarten verschwunden sind. Deshalb, meine sehr verehrten Damen und Herren, müssen wir alles daransetzen, dass dieser neue Trend, diese neue Welle gebrochen werden kann. Umso skandalöser ist die zynische Menschenverachtung, mit der eine Fraktion auf der rechten Seite dieses Hauses seit Wochen und Monaten die Risiken und die Gefährdungen der Pandemie verharmlost und herunterspielt.
Meine sehr verehrten Damen und Herren von der AfD, Sie gefährden nicht nur die Gesundheit von Millionen von Menschen, Sie gefährden auch die Existenz von vielen Mittelständlern, von kleinen Handwerkern, von Selbstständigen, die für ihren Erfolg darauf angewiesen sind, dass wir diese Pandemie bekämpfen, dass wir die Zahl der Infektionen im Griff behalten. Deshalb ist meine herzliche Bitte an Sie: Beenden Sie dieses unpatriotische und unverantwortliche Verhalten,
und reihen Sie sich ein in den Konsens der demokratischen Parteien hier in diesem Haus.